32-Zoll-Bikes: Was sagen die Experten?
Shownotes
32-Zoll-Bikes: Was sagen die Experten?
In dieser Ausgabe geht es um 32-Zoll-Bikes. Im letzten Jahr sind zuerst vereinzelt vor allem Mountainbikes mit größeren Laufrädern auf Messen, Rennstrecken und dann in der freien Natur aufgetaucht – und mittlerweile werden es immer mehr. Deshalb fragen wir drei ausgewiesene Experten nach ihrer Meinung zum neuen Format: Robert Mennen, Produktmanager Mountainbike beim Reifenhersteller Schwalbe, Tobias Stahl – Redakteur beim Online-Fachportal MTB-News und Gunnar Fehlau, Geschäftsführer pressedienst-fahrrad und seit zwei Monaten mit einem eigenen 32-Zoll-Bike unterwegs.
Links zu den Themen
- Zehn Trends für die Fahrradsaison 2026 | pd-f
- Tobias Stahl bei MTB-News.de: [Stoll P32 im ersten Test: So fährt sich das 32"-Mountainbike](https://www.mtb-news.de/news/32-zoll-mountainbike-test-stoll-bikes/ "Stoll P32 im ersten Test: So fährt sich das 32"-Mountainbike - MTB-News.de")
- SCHWALBE LAB: 32 ZOLL
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Sprecher: Hans Dorsch
Intro: prod Laurin
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00:00:09: Intro Personen und 32 Zoll
00:00:09: Hans Dorsch: Mein Name ist Hans Dorsch und heute geht es um das Thema 32 Zoll. Im letzten Jahr sind zuerst vereinzelt vor allem Mountainbikes mit größeren Laufrädern auf Messen Rennstrecken und dann in der freien Natur aufgetaucht. Zeit darüber zu sprechen. Dazu haben wir drei Gäste eingeladen. Robert Mennen, er ist Produktmanager Mountainbike bei Schwalbe. Dann News und Gunnar Fehlau, er ist Geschäftsführer Pressedienst Fahrrad und hier in seiner Rolle als Experte für alle Reifengrößen Mein Co-Haus Thomas Geißler ist heute krank und hat mich gebeten so viel wie möglich zu fragen, damit auch er sich das danach anhören kann. Ja, willkommen alle zusammen.
00:00:59: Robert Mennen: Guten Morgen.
00:01:00: Tobias Stahl: Morgen.
00:01:01: Hans Dorsch: Wir haben uns eine ganz clevere Frage ausgedacht zum Einstieg, nämlich eine kurze Runde Wie ist eure erste Assoziation zu 32 Zoll Ich fange mal bei dir an, Robert.
00:01:16: Robert Mennen: Ja, ich habe es damals schon miterlebt als von 26 auf 29 Zoll gewechselt wurde. Und es war auf jeden Fall ein Schritt, der vieles verändert hat. Ist ja heute nicht mehr wegzudenken. Und ich könnte mir vorstellen, dass das mit 32 Zoll ähnlich sein könnte.
00:01:32: Hans Dorsch: dir Tobias und
00:01:34: Tobias Stahl: habe das irgendwann letztes Jahr ganz, ganz heiß serviert bekommen, das Thema, weil ich für MTB News den Stoll P32-Prototypen testen durfte und das war so sehr spontan und dann aber eine große, große Freude.
00:01:49: Hans Dorsch: Gunnar.
00:01:50: Gunnar Fehlau: hat mir mein Eingangsstatement genommen, weil ich kann mich auch noch super daran erinnern, wie ich das erste Mal 29-Zoll-Bikes erlebt habe. Bei der Trans-Norway-Etappenrennen fuhren wir noch 26 Zoll und ein paar Norweger hatten schon 29 Zoll und sind einfach über diese ganzen Micro-Hills so weggebügelt, dass wir gesagt haben, oh, das ist heiß und ganz kurz danach habe ich meine Bestellung platziert. Und diesmal habe ich es noch schneller gemacht und habe, bevor es Reifen gab, schon beim Rahmenbau einen Slot reserviert und fahre jetzt seit acht Wochen meinen eigenen 32-Zoll
00:02:22: Hans Dorsch: Ich kriege richtig Gänsehaut. Auf die Geschichte kommen wir später noch Ich würde vielleicht zuerst dich fragen, Robert, was sind denn die konkreten Vorteile größerer Laufräder? Also jetzt konkret in diesem Fall beim Mountainbike von 32 Zoll gegenüber 29 Zoll
00:02:48: Robert Mennen: ich habe einen geringeren Rollwiderstand, weil sich Reifenauflagefläche verändert. Pauschal ist die Auflagefläche erstmal gleich, weil sie nicht über die Reifenbreite oder den Reifendurchmesser definiert ist, sondern einfach nur über die Gewichtskraft und den Luftdruck. Aber wir wissen trotzdem, dass sich über eine Veränderung, die Reifenauflagefläche in der Fläche verändert sich oder im Umfang verändert sich nicht, aber in ihrer Form verändert sich. Und das führt dann auch dazu, dass ich in der Regel in Kurvenfahrten oder generell mehr Grip habe. Also heißt, ich habe mehr Grip, ich habe einen besseren Rollwiderstand und ich habe ein deutlich besseres Überrollverhalten. Heißt sobald es ins Gelände geht oder uneben wird, verliert so ein Rad deutlich weniger Geschwindigkeit und gleitet halt einfacher über Unebenheiten weg. Natürlich habe ich auch ein paar Nachteile wie ein höheres Systemgewicht weil ich einfach ein größeres Laufrad, bedeutet mehr Gewicht. Ich habe mehr Masse die ich einmal in Bewegung setzen muss, ist so ein bisschen der Nachteil Aber natürlich Die wesentlichen Vorteile sind Haltgrip, Effizienz Rollwiderstand und ein besseres Überrollverhalten.
00:03:58: Hans Dorsch: Tobias, ich habe in deinem Artikel MTB News Grafiken gesehen, denen du auch unterschiedlichen Laufradgrößen Ich schaue gerade, von 26 bis 36 Zoll stellst. größer ist so ein Rad in 32 Zoll gegenüber einem 29 Zoll Rad?
00:04:20: Größenvergleich und Fahreindruck
00:04:20: Tobias Stahl: Also wenn du auf den Felgendurchmesser gehst, Felgenaußendurchmesser, was wir beim Fahrrad ja immer betrachten, dann sind es 10%, die wir größer gehen. Das klingt eigentlich relativ wenig. Gefühlt wenn man das Rad dann sieht, neben so einem 29er ist es ganz schön groß. Und wenn man es fährt, ist es schon auch echt, ist schon anders. Also es ist wirklich... deutlich größeres Rad, was man da bewegt und es ist vor allem optisch ein Thema, weil beim Fahren selber hat es für mich, da kommen wir nachher bestimmt noch zu, ganz gut funktioniert. Ich finde aber vor allem das Spannende, die Frage, wie sich das dann zur Körpergröße verhält. Ich bin jetzt nicht der Größte mit 1,76 und ich glaube, das ist eigentlich die Frage, auf die wir nachher noch mal gezielter auch eingehen können und sollen, wie das Mountainbike als Sportgerät sich eigentlich in dem Verhältnis Körpergröße zu Laufradgröße verhält, weil natürlich ist für jemanden mit 1,90 so ein Rad, in 29 Zoll was ganz anderes, wie für mich jetzt eins in 29 Zoll ist.
00:05:15: Hans Dorsch: jetzt bei 32 Zoll gelandet Es gab ja also zwischenzeitlich mal An der Größenvorschläge vor Jahren gab es mal so eine Art April-Scherz da hat ein Hersteller ein 36-Zoll-Rad vorgestellt und war dann, glaube ich überrascht davon, dass Leute das durchaus haben wollten, wenn ich das richtig verstanden habe. Und jetzt sind es 32 Zoll. Also ich finde ja 10 Prozent hört sich gar nicht so wenig an, weil wenn ich so im Rennradsport gucke, wo es so um Marginal Gains geht, da sind 10 Prozent ja ganz schön viel. Ich weiß nicht, da können wir jetzt gleich zum Fahreindruck kommen, wie viel da hinten rauskommt von diesem potenziellen 10-Prozent-Fahrleistungsgewinn. machst du gleich weiter
00:06:07: Tobias Stahl: also
00:06:08: Hans Dorsch: wie fährt sich so ein 32-Zoll-Rad?
00:06:11: Praxistest: 32 Zoll im Gelände
00:06:11: Tobias Stahl: für mich war es echt einfach sehr, sehr spannend. Das war bei Stoll, die sitzen da irgendwo auf dem Weg Richtung Davos hoch. Es war letzter Herbst Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, alles nass und feucht oben ein bisschen Schnee. Und das waren alles, sag ich mal, Bedingungen auf einem wurzelig relativ steilen Trail, was eigentlich außerhalb meiner Gehaltsklasse liegt. Also das war für mich definitiv fahrtechnisch eine Herausforderung. Und ich bin auch nicht alle Stellen da gefahren. Ich hatte dann den 29er und den 32er im Vergleich und wir sind mehrere Runden gefahren und haben das direkt back-to-back quasi gemacht. Wir haben nicht die Zeit gemessen, weil das witzlos gewesen wäre. Aber was einfach sehr, sehr spannend ist, wie viel mehr Sicherheit dieses 32-Zoll-Bike gegeben hat. Und zwar einerseits beim Thema Bremsen. Und da muss man sagen, Robert jetzt kurz weghören, aber du weißt das eh, dass natürlich ein Maxxis-Reifen drauf verbaut war. Und Maxxis hatte den Espen als ersten Reifen vorgestellt und der hat ja quasi kein Profil. Und das ist natürlich auf nassen Wurzeln bergab irgendwie auch so ein Ding, wo ich persönlich jetzt einen anderen Reifen fahren würde. Und es war beeindruckend, wie gut das Ding Traktion hatte. Und für mich war das, sag ich mal, das eine Ding. Das andere, was aber viel deutlicher spürbar war, dass ich mit meinen Pedalen relativ zur Radachse tiefer stehe. Und deshalb viel später in diesem Moment kam, wo ich merke, oh, jetzt geht das Hinterrad hoch, weil ich mit meinem Schwerpunkt gerade um das Vorderrad rotiere. Und an dem Tag unter den beschriebenen Bedingungen war das tatsächlich das, was noch viel eindrucksvoller war, weil es natürlich Passagen gab, wo ich quasi mehr stehe Und dann genau dieser Effekt... Über das Rad vorne zu kippen bei dem 29er einfach deutlich ausgeprägter war und da ist dann der Größenunterschied tatsächlich substanziell spürbar geworden und das war das, was für mich an dem Tag das beeindruckendste war.
00:07:58: Hans Dorsch: Gunnar, vielleicht gleich zu dir. Mir wurde berichtet, du hast auch schon 32 Zoll im Selbstaufbau im Test. Erzähl doch mal kurz das
00:08:11: Gunnar Fehlau: also bei uns beim Pressing ins Fahrrad ist natürlich ein bisschen wie beim Tobias auch der Job, dass wir möglichst schnell wissen, worüber wir sprechen und wozu wir befragt werden. Und deshalb war es für uns klar, dass wir möglichst schnell auch auf dem 32 Zoller selber fahren wollen und haben das kurz dann selbst in die Hand genommen. Haben wir einen Rahmenbau, einen Slot für Ende des Jahres reserviert im Sommer und haben dann angefangen die Teile einzusammeln, die relevant sind für einen 32 Zoller und das ist allen voran Felgen und die Reifen und haben uns da erstmal mit dem bedient was da war. Und haben das jetzt aufgebaut und seit 20. Dezember fährt das Rad konzeptionell ich würde mal sagen, der Gegenpol zum Stoll. Also ein voll ungefedertes Rad mit einer 29 Zoll Straight-Carbon-Gabel drin, die federungskorrigiert dann auch einen 32 Zoll aufnimmt. Wie gesagt, Hardtail-Rahmen und eher eine ungefederte Cross-Country oder Down-Country-Pfeile für die Feierabendrunde, so würde ich das Rad mal beschreiben. Damit will man keine Rennen gewinnen, sondern einfach abends mal eine Runde Spaß haben, eine Stunde. Und das erfüllt das Rad vorzüglich. muss man sagen. Aber was mir wichtig ist, müssen aufpassen als Branche, dass wir dieses Thema nicht zu hoch kochen so nenne ich das mal. Also das ist jetzt nicht die Laufradgröße die alle Fragen beantwortet und alle Probleme löst, die wir irgendwo im Mountainbike, im Gravel oder sonst wie Sektor haben, sondern es ist eine weitere Spielart. Und das ist für den einen gut und für die andere vielleicht nicht gut. Das heißt, wir kriegen einfach noch mal ein Werkzeug mehr zur Auswahl und damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass es für den einen oder die andere in einer bestimmten Situation das bessere Rad ist. Das ist mir wichtig nochmal vorwegzunehmen, weil wir in der Branche sehr schnell dann in so einen fast religiösen Fanatismus gehen und sagen, boah, das ist es, nichts mehr anderes und keiner und jeder und so. Nee. Sondern wir haben jetzt eine Laufradgröße mehr, mit der wir in Anführungsstrichen rumspielen können und das ist ja auch der Job der Produktmanager und auch der Companies, erstmal rumzuspielen und dann am Ende gute, stimmige Konzepte deren... Ich sag mal Marketing- und Kommunikationsbotschaft eindeutig ist, mit dem, was sie auf der Piste, auf dem Trail dann auch liefern. So, und da würde ich mir erstmal wünschen an die Branche, dass sie das ein bisschen schlauer macht, als sie das vielleicht bei dem einen oder anderen Gravelbike in der Vergangenheit gemacht hat oder als sie das auch beim Fatbike gemacht hat, was einfach dann irgendwie eine supergeile coole Nischengattung ist, die aber irgendwie zwischendrin mal einfach so hochgejazzt wurde, dass sie diese Anforderungen nicht erfüllen konnte oder diese Versprechungen. Und wenn ich das auf 32 Zoll wieder runterbreche, sind ein paar ganz wichtige Sachen schon gesagt, insofern meine These stützen, als dass es um die Abmischung geht. Also das, was Tobias eben zur Traktion und zur Bremstraktion sagte, ich komme gleich, Hans, einen Satz nimm mich durch, und was umgekehrt Robert sagte zum Rollwiderstand, ermöglicht ja schon... Rad- und Laufkonzepte nenne ich das mal, die es bisher nicht gab, weil ich kann die Bremstraktion jetzt über die Laufradgröße kriegen, muss sie nicht mehr über Gummi und Profil kriegen, das heißt ich kann mit relativ schnell rollenden Reifen deutlich mehr Traktion gewährleisten, was aus meiner Sicht eben auch diesen logischen Schluss macht, da eher Richtung Cross-Country und Richtung Gravel zu denken, da kriege ich super schnelle Laufräder hin, die im Extremfall trotzdem deutlich mehr Traktion haben, ohne mich in 90% der anderen Zeit langsam zu machen, um mal ein Abmischungsbeispiel zu zeigen.
00:11:45: Hans Dorsch: Abmischung ist ein gutes Stichwort für den Reifenhersteller. Robert, du fährst ja ihr habt ja vorgestellt aber das Thema wahrscheinlich auch nicht, erst seit gestern. Räder mit Zoll bist du bisher gefahren oder wie funktioniert das bei euch im Unternehmen?
00:12:11: Robert Mennen: Genau, als wir das erste Mal von 32 Zoll gehört haben oder damit konfrontiert wurden, natürlich auch bei uns erstmal eine gewisse Skepsis angebracht. Ich glaube, gerade in der Situation, wo sich die Branche befindet ist jeder froh eigentlich nicht noch einen zusätzlichen Standard zu etablieren. Und eigentlich, jeder guckt wie er gerade dem bleibt und Lagermengen irgendwie abverkaufen kann. Prinzip hat man ja das gleiche vor zehn Jahren gehabt, als es von 26 auf 29 Zoll ging. Die Skepsis war auch erstmal groß. Ich weiß noch auch, Fahrer waren erstmal komplett außen vor. Es gab eigentlich nur ML, XL Rahmen. alles was gedauert Wir haben dann auch noch einen Zwischentrend gesehen oder eine Zwischengröße mit 650B, die wir ja auch noch immer haben. 32 Zoll ist jetzt nochmal ein Schritt größer. das auch für jede Bike-Kategorie kommen wird? Ich stelle mal ein dickes Fragezeichen daran, weil gerade wenn ich über Mountainbikes nachdenke, ab einer gewissen Federwegskategorie wird es, glaube ich, echt schwer, Federweg mit einer ordentlichen Geometrie mit einem 32 Zoll zu Laufrad bzw. Reifen zu verbinden. Gerade an einem Full-Suspension-Bike, einem vollgefederten Rad, komme ich gerade am Hinterrad irgendwo in Probleme, weil das Rad natürlich einfedert und es muss irgendwo hin. Wir sehen aktuell schon einen Trend zu sehr steilen Sitzwinkeln. Und ja, die Rad-Erhebungskurve ist erstmal Richtung Sattelstütze. Da ist einfach irgendwann nicht mehr genug Platz. Ich will halt auch den Rahmen nicht unendlich lang machen. Dann fährt es sich hier wieder behäbig. Nach Möglichkeit möchte ich auch zumindest im Cross-Country ein großes Kettenblatt fahren, will gleichzeitig möglichst breiten Reifen da reinkriegen oder möglichst viel Rahmenfreiheit haben, damit ich auch beim Matschrennen sich da nichts verstopft. Und ich glaube, das sind alles Herausforderungen, die gar nicht so einfach zu bewältigen sind bzw. auch in gewisser Weise Restriktionen darstellen, dass ich das Thema jetzt nicht über alle Kategorien glaube ich, ausrollen kann. Selbst heutzutage im Downhill, Ja, es gibt viele Full-29er, aber ich würde mal behaupten die etablierte Größe ist eigentlich ein Mallet-Setup, also vorne 29 und hinten 27,5. Von daher ist es für uns auch noch spannend zu sehen, in welchen Segmenten macht das wirklich Sinn. Also Cross-Country aus meiner Sicht absolut. Da muss man auch sagen, die UCI schreibt definitiv vor, es muss mit gleichen Laufradgrößen gefahren werden. Also da werden wir kein 29, 27,5, genauso kein 32 und 29 irgendwie gemixt an einem Rad sehen. da macht es, glaube ich aus Effizienzgesichtspunkten absolut Sinn, weil das Gefühl oder auch unsere Tests und auch was wir so hören ist, dass ein 32-Zoll-Rad, für die normal, also ich spreche jetzt nicht von Fahrern 1,50, 1,60, aber ne, ich bin 1,80, ich glaube auch ein Fahrer mit 1,75 ist auf so einem Rad schneller. reden wir jetzt aber auch für den Wettkampfbereich. Da ist jedes Prozent, was man irgendwie besser ist, entscheidend. bin auch jetzt 32 Zoll gefahren Ich war absolut begeistert Aber es ist jetzt auch nicht so, dass mein 29 Zoll Rad deswegen von heute auf morgen keinen Spaß mehr macht. Also ist eine spannende Geschichte. Gravel sehen wir natürlich, haben wir ja auch schon ein Projekt vorgestellt, dass da die Vorteile auch entstehen Uns dazu bewegen, sowas natürlich zu testen. Und bei uns im Haus ist es wirklich so, wir diskutieren erstmal natürlich auch lange darüber, aber letztendlich muss man es einfach draußen testen. Und ich finde es manchmal ein bisschen schade, dass viele Leute dann schon das von vornherein irgendwie verurteilen, ohne überhaupt mal einen Meter damit gefahren zu sein. Von daher, wir haben dann auch geguckt, dass wir möglichst schnell unsere eigenen Erfahrungen sammeln. Und das war dann schon sehr eindrucksvoll, wobei man natürlich auch sagen muss, wir sitzen täglich auf dem Rad und jeder Hauch mehr nehmen wir natürlich stärker wahr, als vielleicht jemand, der nicht so sensibel ist und jeden Tag da mehrere Stunden auf dem Rad sitzt.
00:16:16: Hans Dorsch: Gunnar du hast noch einen Einwurf?
00:16:20: Geometrie und Ergonomie
00:16:20: Gunnar Fehlau: Na, ich würde sagen, du hast, Robert, nochmal schon ein paar ganz gute Parameter reingebracht, nämlich sowas wie Größe, wie, warum fahre ich eigentlich, wo fahre ich eigentlich und da merken wir ja, dass wir einfach gucken, dass ich das ganz schnell ausdifferenzieren kann, beim 29 Zoll haben wir auch gesehen, dass wir von den geometrisch, ergonomisch einfach zu realisierenden Personengrößen uns jetzt runtergearbeitet haben, bis fast an die Kinderräder, dass man das doch vernünftig fahrdynamisch und ergonomisch hinbekommt. Das wird bei 32 Zoll nicht anders sein. Ich bin jetzt auch 1,83 m, halbwegs kurze Beine zwar, aber irgendwie 1,83 m. Ich sitze da drauf, ich muss nicht mehr irgendwie einen originellen Vorbau haben, um irgendwie eine Haltung auf dem Ding einzunehmen, die ich im Gelände für gut und sinnvoll halte. ist gegenüber 29 Zoll eher so, dass ich einen Spacer weglassen kann, den ich vorher vielleicht noch dazwischen hatte. Das wird man ergonomisch so hinbekommen, dass man aus meiner Sicht spätestens in der zweiten Iterationsstufe bei den Herstellern wird man die Leute bis 1, 2,73 erschlagen haben und nochmal ein Jahr später wird man das ergonomisch auch ganz cool hinkriegen für Leute, die da drunter sind, wäre meine These. Vielleicht nicht mit jedem Federweg, vielleicht nicht mit dem maximal, aber so, dass die Leute es ausprobieren können und sagen können, oh, sitze ich ordentlich drauf, jetzt kann ich für mich erfahren, ob 32 Zoll cool ist für das, was ich mache oder nicht. Also da müssen wir uns als Branche ja auch immer ein bisschen Zeit geben, können ja nicht, da kann nicht jeder Schuss ein Treffer sein und da kann man auch nicht sofort sagen, okay, wir rollen das auf alles aus, sondern wir nähern uns dem an und das finde ich, dem was Robert sagte, auch nochmal dieses Marktgeschehen und die Marktmechanismen, die müssen wir ja auch nochmal einzeln betrachten, die sind teilweise komplett losgelöst von Physik, von Fahrdynamik von was auch immer, von UCI-Reglement, wir haben halt gerade eine sehr besondere Situation im Markt, die auf das Thema 32 Zoll auch sehr unterschiedlich hebelt. Also da würde ich den Themenblock sollten wir auch nochmal vorsehen dass wir nochmal fünf, zehn Minuten darüber sprechen, weil das glaube ich für die Zuhörenden ganz interessant ist zu verstehen, einerseits warum jetzt so viel darüber gesprochen wird, warum aber so wenig in den Läden steht und wie viel Zeit das warum braucht und welche Kräfte da wirken.
00:18:48: Hans Dorsch: Ja, Tobias, vielleicht kannst du da was zu sagen. Du bist ja jetzt schon eine ganze Weile Bei MTB News und hast du die, du hast die Entwicklung von 26 zu 29 Zoll auch mitbekommen,
00:19:06: Standards und Kompatibilität
00:19:06: Hans Dorsch: oder?
00:19:08: Tobias Stahl: Absolut, ja. Das war für mich die frühe spannende Phase. Ich habe 2008 angefangen den Job als Redakteur und Testfahrer da und kann mich noch gut erinnern wie wir das erste Mal bei einem 24-Stunden-Rennen im Finale Ligure, Nicht ein 26 Zoll Bike hatte, sondern ein 29 Zoll Bike und was wir vorher geschaut haben, die Ersatzschläuche haben und so weiter und so fort, dass wir vorbereitet sind und ja, ich finde die Diskussion irgendwie ganz spannend, weil wir uns halt in der Fahrtindustrie stark darauf kaprizieren, dass alles mögliche speziell sein darf und bei uns im Forum ist ja immer das Thema mit Standards und Pseudostandards und was ist eigentlich ein Standard, ist ein gigantisches Thema und das Laufrad ist natürlich schon extrem kritisch weil ich wirklich eigentlich außer dem Antrieb ja alles anpacke, also ich brauche einen anderen Rahmen, eine andere Gabel, andere Felgen, anderen Reifen und so, im Zweifelsfall brauche ich auch ein bisschen größere Bremsscheiben, weil die Hebel länger werden, das heißt, es ist alles sehr, seine Laufradgröße wechseln ist jetzt nicht unbedingt ein einfaches Thema und es ist vor allem nichts, was die Leute die Bei uns viel schreiben und das sind ja eher die Nerds, würde ich mal sagen, also die Leute, die vielleicht auch selber mal Hand anlegen an ihrem Fahrrad, was die dann so einfach machen können, sprich 32 Zoll ausprobieren, startet mit einem neuen Rahmen kaufen oder wenn man mal das ausprobieren will, zumindest eine neue Gabel kaufen und das ist natürlich eine viel, viel höhere Hürde als jetzt zu sagen, ich gehe mal von 11-fach auf 12-fach auf 13-fach beim Antrieb, sofern mein Schaltauge das hergibt, dass ich das anschrauben kann, ist das ja relativ einfach gemacht. Und das ist glaube ich das, wo viele Leute so ich sag mal, allergisch reagieren irgendwo in den Kommentarspalten bei uns und noch spannender natürlich, wo sie selber, so wie ich auch, diesen Wechsel mitgemacht haben von 26 auf 29, was halt echt ein massiver, also eine massive Verbesserung war, nicht in allen Einsatzbereichen, wenn ich Pumptrack fahre, fahre ich immer noch 26 Zoll, man würde das auch nie ändern, aber die Frage ist schon, Was kann mit 32 Zoll besser werden, als es mit 29 Zoll ist?
00:21:17: Körpergröße und Proportionen
00:21:17: Tobias Stahl: Und in meinen Augen ist es, das, was ich vorhin angedeutet hatte, dieses Verhältnis zur Körpergröße, dass wir mehr dazu kommen, dass irgendwo das Fahrrad sich spiegelt an dem, was für mich persönlich von meinen körperlichen Hebeverhältnissen am besten zu handhaben ist. , weil du hattest vorhin gefragt, wie sich das so ein bisschen fährt und ich sage, ja das hat sich an dem Tag, als ich es da gefahren bin, wirklich deutlich sicherer gefahren. Wenn man jetzt die maximale Kurvengeschwindigkeit anschaut, muss man natürlich auch sagen, dass mit 32 Zoll um eine enge Ecke ich deutlich mehr Körpereinsatz gebraucht habe, als mit 29 Zoll, weil ich von meinen Proportionen einfach mehr Fahrrad bewege. Und dann sind wir am Ende bei der Frage, will ich maximalen Fahrspaß haben oder will ich maximal schnell sein? Und ich glaube, das ist... Etwas was, wenn man ehrlich ist und alle Ambitionen vom Profiradsport weglässt Eigentlich so ist, wenn ich mit meinem Bruder am Bodensee bin, wo wir aufgewachsen sind, da haben wir alte Räder in der Garage stehen, die sind 26 Zoll die haben gut ausgehärtete Reifen und dann gehen wir Trails fahren und das ist fantastisch. Wir sind sicherlich viel langsamer, als wir heute wären mit unseren hochgezüchteten Enduro-Rennmaschinen, aber es ist halt einfach sehr, sehr viel Spaß, weil das Rad sofort quer ist und weniger Bremstraktion hat und irgendwie schlechter überall drüber geht und das heißt, man fühlt sich extrem schnell und das ist halt auch eine Dimension, die bei dem Sport, und die meisten von uns machen das ja als Spaß, schon auch zählt und deshalb finde ich immer dieses sich orientieren an, was ist schneller und was ist ein Profiradsport, das zieht natürlich gut, so wie die Formel 1 für Autofahrer irgendwo zieht, wenn man aber ehrlich die Frage beantwortet könnte man auch sehr entspannt sagen, 32 Zoll schaue ich mal, ich bin jetzt 1,76 groß, der Trend, wenn ich mal ein neues XC-Bike brauche dann nehme ich das, mein Trailbike, das wird davon unbescholten sein. Ist aber natürlich ein Statement, weil man sagt, ich entkoppel mich irgendwo von diesem Innovations- und Neuigkeitenzyklus und man wird natürlich irgendwann in der Abendrunde mit seinen Kollegen dastehen und dann vielleicht der Einzige sein der 29 Zeug hat, weil die größeren Freunde alle 32 waren.
00:23:13: Hans Dorsch: kurz von mir... Der Wechsel von 26 auf 29 Zoll, hat ja nicht nur eine Veränderung der Laufradgröße, also dieser Parameter wie mit sich gebracht, sondern da kamen ja zeitgleich ganz neue Geometrien auch im Mountainbikesport auf. kurz eine Frage, Robert Gunnar, wolltet ihr da was zu sagen Nein.
00:23:40: Robert Mennen: Ich wollte nur eine kleine Anekdote geben zu dem Thema Größen, dass das ja auch sehr grössenspezifisch ist. Also ein Kollege von mir hat auch 32 Zoll getestet ist relativ groß, war damit auf den Trails unterwegs und wie viele wissen, gibt es aktuell nur sehr wenig Federgabeln für 32 Zoll. Also es gibt einen Premium-Hersteller und er stand da und dann kamen andere Mountainbiker vorbei und die haben ihn nur auf diese Premium-Gabel angesprochen, die haben aber nicht realisiert, dass er auf 32 Zoll unterwegs ist. Also da sieht man schon, dieses Thema Größen ist schon irgendwo relevant. Und wenn man da mal sage ich mal, einen 1,90-Fahrer hat und hat dagegen einen 1,60-Fahrer, also das Thema Größen darf man da nicht vernachlässigen, wobei natürlich die Vorteile von 32 Zoll erstmal für jeden gelten. Aber natürlich, wie es am... Am Fahrrad mit der Geometrie umsitzt ist da nochmal eine ganz andere Sache.
00:24:31: Gunnar Fehlau: da kommt so auch was Wichtiges. Ja, Hans, die Laufradgröße ist ein Parameter und das ist ein Regelkreis von ganz vielen Parametern. Und wenn du an den Laufrädern drehst, musst du an der Geometrie drehen, wenn du am Ende was Harmonisches haben willst. Also diese Dialektik zwischen den Maßen der einzelnen Bauteile und den... Diese Geometriedaten, die diese einzelnen Bauteile verbinden, die ist ja logisch und die muss, wenn man so mit 10% krass eingreift, müssen die anderen Parameter in die Hand genommen werden. Und trotzdem, natürlich und der Verweis ist historisch auch richtig, es hat eine Geometrierevolution gegeben in den letzten 10 Jahren. Dass das nochmal wirklich anders gedacht wurde und an einigen Stellen drastisch am Regler gedreht wurde, um an anderen Stellen auch drastisch zu regeln. Und plötzlich fuhren sich die Räder krass anders, ohne dass da andere Technologie dran war. Und dieser dialektische Prozess der muss bei 32 Zoll auch stattfinden. Also da werden wir sicherlich 2-3 Jahre brauchen, bis wir für die verschiedenen Einsatzzwecke die... Den richtigen Steuerkopfwinkel Nachlauf, Tretlagerhöhe und diesen ganzen Parameter mal festgelegt haben Aber sagen wir wenn 32 Zoll fährst, hat sich das als geeignet und gut erwiesen wenn du schnell bergab willst oder wenn du irgendwie schnell bergauf willst oder gut um die Kurve kommen willst. Und wir erkennen da ja auch immer wieder, ich sage mal, philosophische Schulen. Also Ketten Streben Längen, das hat ja was Religiöses. Die Leute, die gut bergauf kommen wollen, haben Länge die einen, die lieber schnell um die Kurve kommen wollen, haben das lieber kurz. Irgendwie musst du dich entscheiden. Du kannst rechts nicht eine andere Länge fahren als links.
00:26:06: Hans Dorsch: Vielleicht, sorry.
00:26:09: Gunnar Fehlau: Genau, also das ist Geometrie. Das finde ich schon ganz wichtig. Und ich versuche den Begriff Standard sowieso zu vermeiden und nur noch von Schnittstellen zu reden. Weil Standard suggeriert dass es weit verbreitet ist und das ist bei dieser Ausdifferenzierung unvermeidbar Gar nicht mehr möglich, sondern es ist eine definierte Schnittstelle und wenn ich weiß wie sie definiert ist, kann ich gucken, dass ich das Gegenstück entsprechend schnitze.
00:26:33: Hans Dorsch: Tobias, ich kann das ganz gut nachvollziehen, deine 26 Zoll Räder, die du am Bodensee noch stehen hast. Also ich persönlich habe keins, aber ich erinnere mich trotzdem regelmäßig daran, wie einfach es war, mein 26 Zoll Hardtail, das ich vor 15 Jahren mal hatte, einfach mal mit einem kurzen Zug an der Bremse aufs Vorderrad zu stellen. Und das geht bei meinem aktuellen vollgefederten E-Mountainbike nicht. Dafür fühle ich mich viel sicherer auf dem Rad und ich fahre deswegen jetzt nicht schneller, aber ich fühle mich sicherer und das hat auch zum Beispiel mit der Mit dem Tretlager zu tun, da hast du auch gesagt, gibt es eine Veränderung dass das noch niedriger ist jetzt im Verhältnis zur Achse, beziehungsweise es kann noch niedriger sein.
00:27:34: Tretlagerhöhe und Fahrdynamik
00:27:34: Hans Dorsch: Ist das eine Weiterentwicklung quasi von dem, was mit den 29 Zoll passiert ist?
00:27:41: Tobias Stahl: Also im Grunde ja. Denn wenn wir das Rad größer machen, wie der Gunnar gerade sagte, muss ich die Geometrie anpassen. Und da wir die Menschen nicht größer machen und niemand von uns ein Hochrad fahren will, kann ich mal ungefähr die Kurbel auf der gleichen Höhe lassen, jetzt als Eingangshypothese. Wandert die entsprechend, bei meinem Fall jetzt hier mit 32 gegen 29 Zoll, wandert die halt irgendwo um drei Zentimeter nach unten, irgendwie sowas. wieder klingt nach wenig, aber ist halt substanziell spürbar. Und bei 26 Zoll genau das Gleiche Man sieht das sehr schön, wenn man die Fahrräder von der Seite anschaut. Wo liegt die Kurbelwelle gegenüber meinen Achsen? Und bei 26 Zoll war das typischerweise so, dass ich irgendwie leicht erhöht war gegenüber dem Achsenniveau. bei 29 Zoll bin ich irgendwo leicht abgesenkt und bei 32 Zoll bin ich halt deutlich abgesenkt Und genau das ist, also ist alles am Ende des Tages Schwerpunktfragen und Hebeverhältnisse Frage. Und genauso ist natürlich dein E-Bike mit deinem Beispiel auf der Bremse das aufs Vorderrad zu bringen. Du hast den Akku du hast den längeren Radstand, du hast den flacheren Lenkwinkel Also viele Dinge, die mit da rein spielen, die Laufradgröße ist halt einer davon, weil ich den Drehpunkt entsprechend nach oben schiebe und entsprechend auch deutlich mehr Energie brauche, um diese ganze Masse dann da hochzubringen. Ist das möglich? Ja. Theoretisch wenn man nur gut genug fahren kann, kannst du auch mit jedem Rad ein Manual fahren. Viele Leute schaffen das nicht mal auf dem Pump Track Bike. Das heißt, ja, theoretisch ist alles machbar. Die Frage ist, wie leicht ist das und was bringt es dir als der, der das fährt? Und ich glaube, das ist am Ende die Frage, die, wenn man auch auf Geometrien schaut, man mal kritisch hinterfragen muss. Denn die Geometrierevolution, die wir in letzten 10 Jahren da gesehen haben, oder 15 Jahren mittlerweile fast, das ist ja nicht nur Laufradgrößen getrieben. Also es gibt definitiv jetzt Mondraker zum Beispiel mit ihrer Forward Geometry. Das waren 26 Zoll Räder am Anfang. Und das war Fabian Barrell, der irgendwie meinte, ich mache jetzt nochmal einen Vorbau, den ich einfach senkrecht nach oben baue und nicht mehr 90 Millimeter nach vorne. Und das ist... Eigentlich unabhängig von der Laufradgröße, nur in der Kombination aus Laufradgröße und Geometrieanpassung sind natürlich Dinge möglich geworden, die schon beeindruckend sind, was Tempo angeht was Fahrdynamik angeht was Sicherheit angeht muss man auch sagen, hängt damit zusammen, was eben auch eine gewisse Langeweile angeht. Also das ist das Beispiel von mir mit dem 26 Zoll. Ja, mein 29 Zoll Bike bügelt halt deutlich besser und wenn ich Vollgas fahren will, macht das Spaß. Theoretisch fühlt sich so ein Trail aber eigentlich viel spannender an auf 26 Zoll oder der Gunnar würde sagen, am besten mit einem Starbike, ja, nicht mit Federung, dann hat man eine andere Experience und ich glaube, das ist halt schwer zu kommunizieren, weil wir sehr gerne in der Fahrtindustrie über Neuigkeiten sprechen, die am besten in x% steifer, x% leichter so und so viel Prozent schneller Denken und wir sehr wenig Zeit darauf verwenden, vielleicht beim Bikepacking noch so am ehesten, auf die Experience und das Erlebnis, weil dieses Erlebnis mit dem Fahrrad einfach extrem unterschiedlich ist. Und das ist, glaube ich etwas, wo wir in dieser 29 Zoll versus 32 Zoll, ist das die gleiche Entwicklung, ist das der gleiche Trend, ist das wieder nur die nächste Sau, die durchs Dorf getrieben wird. In der Diskussion kommen wir wieder genau in dieses Ding rein, wenn man eher technokratisch denkt, dann ist das jetzt einfach, sie machen halt das nächste und das nächste ist dann 36 Zoll und so weiter. Versus auf der anderen Seite macht das was mit meinem Einsatzbereich und wenn ich halt den Einsatzbereich nicht habe, dann macht es auch nichts damit und dann lasse das einfach links liegen. So ticken wir nicht, weil natürlich die Medien damit voll sind und wir darüber berichten und wir natürlich schauen, wo kommen 32 Zoll und jetzt hat Schwalbe da was mit 32 Zoll und Maxis war da der Erste und jetzt kommt dann bestimmt noch jeder andere Reifenersteller und dann gibt es mal mehr Federgabeln und jetzt hat der Fox eine und so weiter. Das sind ja die News, die, wenn ich jetzt nur an meinem Schreibtisch sitze und den normalen 40-Stunden-Job habe, was die meisten Mountainbiker halt haben, dann ist das super spannend und natürlich ist es nicht so spannend zu sagen, du kannst einen super geilen Trail fahren mit dem Bike, was du hast. Davon verkauft keiner ein Fahrrad und das holt auch niemand von seinem Sessel hoch.
00:31:43: Gunnar Fehlau: ja schon widersprechen, also ich glaube, wenn wir darüber reden, wie geil Mountainbiken ist, können schon Leute die noch nicht Mountainbiken, und das ist die größte Zielgruppe nach wie vor, wir haben noch mehr Leute die nicht Mountainbiken, als die vielen die schon mountainbiken Wegfahren. Ich würde aber da auch noch mal auf was anderes hinaus wir beim Kommunizieren eben dieses spielerisch, diesen Buffet-Aspekt sag ich mal, schaust dir an, nimmst dir, wenn es dir gefällt, lass es liegen, wenn es dir nicht gefällt, dass wir den oft so außen vor lassen, sondern dass wir sagen, das ist das, taugt das ja oder nein, braucht das jetzt jeder ja oder nein, zu sagen, hey, es gibt eine neue Spielart, die heißt 32 Zoll, fahr mal Probe das und das sind in der Theorie die Vorteile das sind die Nachteile, fahr eine Runde finde raus, was für dich zählt. Ich will zum Beispiel noch mal auch die Diskussion um einen Aspekt erweitern ihr habt jetzt sehr viel über Körpergrößen gesprochen, ich bring mal Körpergewicht rein, wiege irgendwie über 90 Kilo, ich hab gern noch ein bisschen Ausrüstung dabei, mir ist es komplett egal, ob mein Fahrrad 2 Kilo mehr wiegt oder nicht. Also ich finde da gar keine Worte für, wie egal mir das ist, ob das mit der SRM-Kurbel messbar ist oder nicht. Und für mich ist es vergleichsweise so leicht, da nochmal irgendwie so ein Ding wieder zu beschleunigen, weil ich mit meinem Gewicht einfach sowieso gewohnt bin, irgendwie ganz andere Watts zu treten als irgendwie eine 50-Kilo-Frau. Also ich rede jetzt nicht von der Olympionikin, die fährt mich in Grund und Boden mit ihren Wattwerten aber von so, also ich bin einfach mit 90 Kilo gewohnt irgendwie zu treten und es ist bergauf ist sowieso immer eine 3 davor, es ist egal wie langsam ich fahre. Und insofern ist auch so das 32 Zoll wieder zu beschleunigen ich muss sagen, ich habe das nicht bemerkt
00:33:22: Hans Dorsch: Vielleicht, das
00:33:23: Gunnar Fehlau: Beschleunigungsmoment-Unterschied zwischen 29 und 32 bemerkt. Das war unterhalb meiner Reitschwelle. Was ich gemerkt habe, ist dieses Kurvenfahren, da können wir nochmal drauf zurückkommen. Das ist natürlich wie beim Auto beim Einparken. Einfach wenn das Auto größer wird, wird es halt ein bisschen schwerer manchmal das Einparken und manche Lücken passen nicht. So Chris, mit 32 Zoll ist natürlich, wenn du auf Spitzkehren-Massaker stehst, ist es nicht deine Radgattung, das ist klar. Aber wenn du dich einmal daran gewöhnt hast, mit dem Körper ein bisschen mehr zu arbeiten, wie Tobias sagte, dann geht auch viel. Aber wie gesagt, auch das Mehrgewicht kann man durchaus kritisch diskutieren, ob man 60 Kilo wiegt oder ob man 100 Kilo wiegt.
00:34:01: Hans Dorsch: Gunnar, das ist ein, was du eben gesagt hast zum Beispiel mit dem Körper arbeiten, solche Sachen, die, also wir haben jetzt 32 Zoll und das ist eine Sache, ich habe noch kein E-Bike damit gesehen gleichzeitig ist es, Ihr bei Schwalbe habt einen Gravel-Reifen vorgestellt, es arbeitet wahrscheinlich an einem Mountainbike-Reifen und diese, ich nenne es mal grob Disziplinen also Gravel und Mountainbike, die überschneiden sich teilweise stark, beziehungsweise ist es nicht vielleicht an der Zeit, dass diese Faktoren die das Mountainbike mal groß gemacht haben, so dieses Freiheitsgefühl, dieses Gefühl, überall fahren zu können, ohne Angst zu haben, dass gleich irgendwie die Reifen kaputt gehen und quasi Wege zu erschließen, die es vorher nicht gab. Ist das vielleicht ein bisschen verloren gegangen in Zeiten von Bikeparks und gebauten Strecken und ist das vielleicht eine Möglichkeit Frage an dich Gunnar, mit einem ungefederten Fahrrad mit einer Ausstattung die haltbar ist, die gleichzeitig gutes Vorauskommen ermöglicht, solche Freiheiten verständlich zu machen oder erleben zu können?
00:35:38: Gunnar Fehlau: Also ich würde generell sagen, die Radkategorien sind tot, es leben die Radkategorien. Also wir brauchen die natürlich einerseits um die Sachen zu sortieren und trotzdem ist Crossover natürlich irgendwie allgegenwärtig und das Bike-Magazin hat ja auch schon vor längerer Zeit mal die Frage gestellt, ist Gravelbike nicht eigentlich irgendwie ein Cross-Country-Rad von früher mit einem gebogenen Lenker? Dann würden der Historiker direkt auf Cunningham-Räder gucken, auf Jackie Fell und sagen, hatten wir doch schon Mountainbike, irgendwie einen Rennlenker und Tomek. Also das war ja schon immer so und wir haben jetzt sicherlich eine große Überlappung Dass die geländegängigsten Gravel-Bikes irgendwie fast bessere Mountainbikes sind und die schnellsten Cross-Country-Räder fast bessere Gravel-Bikes. Also da gibt es eine Überlappung und das ist auch okay. Und da müssen sich eigentlich nur die entscheiden, die UCI-Rennen fahren und sich an irgendwelche technischen Kategorien halten müssen. Die sind vor einem Dilemma. Ich als Privatier im Göttinger Forst ich kann einfach fahren, worauf ich Bock habe und wie das dann das MTB News oder die UCI nennt was ich da fahre, ist mir einerlei. Also da würde ich auch die Leute so ein bisschen sich ermuntern, sich von diesen Kategorien, die Radsport braucht, individuell auch so ein bisschen zu befreien, wenn man nicht selber innerhalb dieser Kategorien an der Startlinie steht. Also da, glaube ich können Konsumentinnen auch noch ein bisschen selbstbewusster sein. Ja, natürlich haben wir beim Fahrrad immer so ein Spannungsfeld zwischen. Der Einfachheit und dem mit simpler Technik Explorieren in die Welt gehen und umgekehrt es soll natürlich möglichst schnell, möglichst effizient sein, deshalb rüsten wir technisch hoch. Und da haben wir mittlerweile eine Gleichzeitigkeit. Also wir haben einerseits Gravel-Fullys und umgekehrt gibt es jetzt schon auch so eine kleine Fixed oder Single-Speed-Gravel-Szene, die die Schaltung nochmal weglässt. In einer Gleichzeitigkeit beides ist nerdig. In der Mitte fahren die Leute einfach gute Gravel-Räder mit Schaltung und manchmal mit einer Federgabel. Das heißt, da haben wir eine Gleichzeitigkeit, auch da kein Fundamentalismus, jeder wie er will. Und ich persönlich habe 32 Zoll eben nicht von vorne raus definiert wo macht es mich besser, sondern habe versucht, welche Nachteile oder wo kann ich was, was ich nicht so gut finde, kappen. Und ich muss sagen, das Ding... Ich nenne das eine Abmischungs-Innovation. Wir haben da nichts Neues erfunden. Also in der Bar würde man sagen, das war kein Winzer der neuen Wein gemacht hat oder ein Whisky-Distillerie, die was Neues gebraut hat, sondern da war ein Barkeeper, der hat bekannte Zutaten neu abgemischt zu einem coolen Getränk. Das ist für die Branche erstmal gut. Also wir mussten nur Felgen größer machen, Reifen größer machen und ich weiß, das ist kein leichter Job, aber das war ja jetzt nicht von Radial-Fadenwurf oder Tubeless-Technologie, wo man sagt, sondern nur einfach ein paar Maße verändert, Werkzeugbau fertig. Das heißt, wir haben eine relativ simple Innovation im Prinzip, was für die Branche gerade gut ist. Und aus einer anderen Perspektive hatten wir schon mal gesagt, da hatte Tobias schon mal drauf hingewiesen. Dass das bei den Nerds ja die müssen ja einen neuen Rahmen kaufen. Ich würde mal anders drauf gucken. Wenn wir ganz, ganz ehrlich sind, haben wir den Nicht-E-Mountainbikern in den letzten zehn Jahren nicht viel geboten. Das E-Mountainbike kam, dann kam ein bisschen Schaltung und irgendwie mal eine Funkschaltung, mal eine Vario-Stütze gefunkt. Aber dass wir richtig sagen, ey, du musst dir jetzt ein neues Mountainbike kaufen, weil da ist was Neues, was du nicht hast, was du auch nicht irgendwie mit ein bisschen Schrauben nachrüsten kannst, haben wir zehn Jahre lang nicht gemacht. Wir haben, das E-MTB ist gekommen mit einem Verkaufsanteil 13 von 14 verkauften Mountainbikes in der aktuellen Marktgeschehen im Laden sind elektrifiziert. Das heißt, der Verkauf ist super elektrifiziert die Nutzung da draußen ist aber noch super hoch, auch im Bio-Anteil. Da sind ganz viele Leute draußen, die glücklich sind Ich sage es jetzt mal extra böse, die glücklich sein müssen mit ihren 5 oder 10 Jahre alten Rädern, Klammer auf, weil wir ihnen nichts anderes geboten haben ohne Motor, die auch damit ganz zufrieden sind, die aber trotzdem durch die Gegend fahren und sagen, herum passiert ganz viel mit Motor, was gibt es eigentlich für mich? Und das finde ich schon, da wird 32 Zoll spannend, weil wir sagen können, wir haben jetzt was für euch, das ist neu, das hat für bestimmte Leute krass coole Vorteile, das gibt es so nicht, ja, musstet ihr halt ein neues Rad verkaufen, aber 10 Jahre haben wir dir nichts gezeigt, jetzt sei auch nicht traurig wenn wir aber was zeigen können wieder, probiere es aus und ein bestimmter Teil der Leute wird sagen, ich bin glücklich und wird das ausprobieren. Also insofern finde ich, das ist ein total schöner Impuls für die unmotorisierte Mountainbike-Welt, dass da mal wieder was passiert, aus so einer Vogelperspektive. Und das finde ich gut. Und das ist, glaube ich, auch bei vielen in der Branche mit so einem, das ist auch ein bisschen Fluch und Segen, weil das ist das, was die Hoffnung und halt auch hoch jest. Und umgekehrt ist es auch das, was der Sache gerade das Momentum gibt, dass es überhaupt startet weil du hast es vorhin gesagt, E-Räder habe ich noch nicht so viel gesehen. Ja, weil das, was wir geometrisch ergonomisch besprochen haben, wird beim E-MTB natürlich nochmal komplizierter weil du da irgendwo noch einen Akku und Antrieb und das alles unterbringen musst. Das heißt, die geometrischen Justagearbeiten für 32 Zoll sind beim E-MTB nochmal höher und unsere These geht auch klar, dass da eher Mallet kommen wird. Dass man es vorne macht, 32 und hinten, wo man sowieso mit Kettenstreben und Antrieb und so schon so viel Ärger hat, auf 29 oder 27 und halb bleibt. Das ist zumindest bei uns so in der Redaktion die Arbeitshypothese dass erstmal keine voll 32 Zoll E-MTBs kommen werden, sondern wenn Mallet, so jetzt habe ich schon wieder so viel geredet halt sofort den Mund.
00:41:39: Hans Dorsch: Ja, aber das ist gut, weil, Robert, ich wollte tatsächlich, hier wurden schon wieder verschiedene Mallet und Größen durcheinander angewendet. Wie ist das eigentlich? Also es hängt ja mit an den Reifen. Also wenn man die in der Größe fahren will, dann braucht man richtige Reifen. Ihr bei Schwalbe habt ja... Reifen in allen Größen. Ich glaube, man kann Kinderwagenreifen bei euch bekommen bis, ich weiß gar nicht, wo es aufhört, aber die müssen ja entwickelt und hergestellt werden. Ist das bei einem 32 Zoll Reifen irgendwie anders? Was verändert sich da?
00:42:27: Robert Mennen: Also es ist nicht fundamentell anders. Wir haben ja schon, sag ich mal, viel Erfahrung, da wir viele Reifen in 26 Zoll 27,5, 29 Zoll Haben und natürlich auch wissen, was ist dann mit 32 Zoll zu erwarten. Also der Entwicklungsaspekt als solches ist relativ gering. Da hat man schon gute Erfahrungswerte. Natürlich kommen dann sowas wie Durchmesser, dass es auf der Felge sicher sitzt, dass die Montage richtig ist. Da muss man ein bisschen Grundlagenforschung machen. Aber sonst ist das nicht so der große Akt. Eher im Hintergrund natürlich. Viele denken, ja, da müsst ihr nur eine größere Form machen und dann ist fertig. Nein, also da ist schon ein bisschen mehr Anpassungsraum. Der Reifen wird auf einer Building Drum, so nennen wir das, gebaut. Die muss angepasst werden. Da, wo die Form drin geheizt wird, das muss angepasst werden. Es sind noch ein paar andere Anpassungen notwendig. Und dann habe ich den fertigen Reifen, dann habe ich den aber auch längst nicht bei mir vor der Tür liegen. Bei einem Faltreifen ist es ja noch ganz einfach. Aber wenn ich jetzt mal daran denke, wird es vielleicht auch zukünftig mal Drahtreifen geben, den darf ich nicht knicken. Der hat eine ganz andere Ausmaße. Der wird unsere ganze Logistik vor Herausforderungen stellen, weil wir da auch wieder neu denken müssen. Ich bekomme auch immer schon die Frage im Zug mit 32 Zoll, passt das Ding noch auf meinen Heckträger drauf? Oder was machen die ganzen Versender? Kann ich das noch mit DHL per Sperrgut versenden? Das sind alles Fragen. Heckträger ist jetzt eher unkritisch aber Sperrgutmaße sind halt beschränkt. Das sind schon Sachen, die muss man berücksichtigen.
00:44:05: Tobias Stahl: Ja, aber auf dem Heckträger wird es auch ordentlich überstehen. Also, wenn wir darüber reden, dass es nicht nur Cross-Country-Bikes sind in Größe M, sondern vielleicht auch ein XL-Rad, wo die Vorteile dann wirklich zum Tragen kommen für die große Person und das vielleicht noch ein Trailbike ist mit 130, 140 Millimetern, dann wird das Rad halt schon irgendwie 2,30 Meter 2,35 Meter lang werden von Ende bis Ende. Und das ist zumindest deutlich mehr als die meisten Spiegel bei den Autos ne?
00:44:33: Gunnar Fehlau: Da lacht der Tandemfahrer.
00:44:38: Hans Dorsch: Vielleicht,
00:44:39: Tobias Stahl: sonst auch nicht viel zu lachen. Das ist okay.
00:44:41: Gunnar Fehlau: Tandemfahrer haben super viel zu lachen.
00:44:43: Hans Dorsch: kurz bei der Reifentechnik bleiben. Wie ist das zum Beispiel mit Tubeless? Gibt es da Unterschiede Also ist das machbar, sinnvoll oder wirken sich die Rotationskräfte aus? Wird die Milch bleibt die weiter unten liegen oder gibt es da irgendwelche Unterschiede
00:45:03: Robert Mennen: Nein, also das macht keinen großen Unterschied. Also da ist nichts zu erwarten, ob man dann Tubeless oder Schlauch fährt. Das ist die gleiche Entscheidung wie beim 29 oder 26 Zoll. Also da ist keine große Änderung zu erwarten Anfangs war es natürlich erstmal so, die ersten Räder, die man da hatte, man braucht natürlich auch dann erstmal einen Schlauch der muss auch wieder angepasst werden. So zieht sich das ja durch, auch mit Ersatzmaterial. Also gerade wenn ich jetzt gucke, was ich für Räder, was ich für Ersatzmaterial, im Cross-Country war es bei mir damals immer so üblich, man hatte noch einen Zweitlaufradsatz. Ja, das ist halt schon irgendwie nicht nur, dass man sich ein neues Rad kauft, sondern da wird relativ viel altes Material auf einmal nicht mehr kompatibel ist unnütz. Und das ist halt was, was auch irgendwie eine Hürde darstellt, warum ich auf 32 Zoll wechseln kann, will oder sollte.
00:45:53: Gunnar Fehlau: Aber auch das ist eine Nerd-Perspektive sage ich mal, ein bisschen böszüngig. Weil, ich meine, wir haben auch immer noch Leute, die davor stehen, sich vielleicht ihr erstes Mountainbike zu kaufen. Oder die aus der Pubertät aus der Jugend rauskommen und einfach sagen, so irgendwie rausgewachsen aus der Kinderkarre, ich brauche was Neues. Natürlich diese rückwärts das ist natürlich das Spannungsfeld von Innovation, wenn ich immer Rückwärtskompatibilität fordere. Aber da muss ich mal sagen, sind wir Radfahrenden doch, jetzt kommt der alte weiße Mann, der Scheiß irgendwie seit Mitte der 80er Jahre macht, wo wirklich 130 Millimeter und also wo man wirklich zwischen Rennrad und Mountainbike noch weitgehend wild hin und her tauschen konnte, bei allen Komponenten. Also heute hast du ja nicht mal mehr eine Jahrgangskompatibilität bei irgendwelchen Zwölffachantrieben. Vielleicht überfordert man auch ein Fahrrad, ein zeitgemäßes modernes Fahrrad wenn man sagt, das muss mit möglichst vielen Bauteilen rückwärtskompatibel zum Bestand und zur Vergangenheit sein. Ich würde eher die Frage stellen, wie zukunftsweisend ist es? Und die Frage muss man bei 32 Zoll natürlich auch stellen. Also wir können uns an 650B erinnern, wir können uns an, es gibt den Friedhof Der Kuscheltiere, den gibt es natürlich auch für Fahrradschnittstellen und Innovationen von denen man froh ist, dass man die Downhill-Luftschaltung von Shimano sich vielleicht nie gekauft hat. Also da muss man natürlich auch die Frage stellen.
00:47:14: Tobias Stahl: könntest du sie gut verkaufen. Sie ist richtig
00:47:16: Gunnar Fehlau: wieder eine andere Geschichte. Ich habe noch eine Mittelburn-Kurbel von 1998. Unmontiert. Aber Spaß beiseite. Also zum Punkt zurück. Wir können natürlich die Nerds gucken nach hinten und sagen, wie rückwärtskompatibel ist das zu meinem Werkzeug, zu meinem Ersatz, zu dem, was ich habe. Viele Neukaufenden gucken nach vorne und sagen, setze ich auf die Zukunft oder fahre ich hier gerade mit viel Geld in eine technologische Sackgasse rein. Und unsere Erfahrung ist zumindestens, dass es quasi, und das kann ich jetzt auch so aus der Perspektive die wir ja bei unserem Schwestermagazin Fast Deal oder so auch einnehmen, wo wir ja sehr über alle Gattungen gucken. Ich kenne ungefähr, ich glaube, ich kenne nur eine Radgröße, die man wirklich in den letzten 30 Jahren außer Betrieb nehmen musste, weil man keine Ersatzteile mehr bekam. Und das war von GT700D. Das war deren 29 Zoll irgendwie 1994 oder so. Davon hat es, glaube ich, wirklich nur zwei Jahre Räder gegeben und nur Reifen von denen. Ansonsten von 12,5 Zoll bis irgendwie 29 Zoll heute, selbst für die, ich glaube, für die Heidemann 30 Zoll die es mal gab, 32 Zoll 36 Zoll gibt es seit längerem. Irgendwen auf dem Planeten der mir dafür noch einen Reifen baut, dass ich weiterfahren kann, wird es bis auf Weiteres geben und Gleiches würde ich auch bei den Felgen sehen. Und dann ist wieder der Vorteil, es ist, wie gesagt, nur eine Abmischungsinnovation. Es ist nicht so, dass ich dafür ein spezielles Schaltwerk brauche, ein spezielles Innenlager. Oder Narben, wie wir es beim Fatbike hatten, was die Sache ein bisschen schwieriger gemacht hat, sondern ich kann sehr, sehr vieles Standardisierte Komponenten nehmen, es sind wirklich die Laufräder Rahmen, Gabel was jetzt auch nicht wenig ist, wissen wir. Also insofern würde ich sagen, das hat schon ein hohes Potenzial dass ich damit die nächsten zehn Jahre noch unterwegs sein kann, selbst wenn sich die Industrie irgendwie dann nochmal zu 36, 38, 35, 37 weiß der Henker, was passiert.
00:49:13: Hans Dorsch: Ich würde gerne noch eine technische Frage stellen und danach verstärkt und für wen gehen. technische Frage an dich Tobias Ich meine, in deinem Artikel hast du die Bremse bemängelt an dem Rad, das du hattest Kann das sein?
00:49:30: Bremsen und technische Details
00:49:30: Tobias Stahl: Genau, ja, das ist eine Frage der Hebelverhältnisse. Wenn ich entsprechend den längeren Hebel durch einen größeren Durchmesser vom Rad habe, oder entsprechend nur der Radius ist wirksam, dann habe ich mit meiner, da waren 160er Scheiben drauf verbaut, oder 180er waren drauf, dann hatte ich definitiv bei dem 29er... Wenn ich jetzt auf TR gebremst habe, wo also vom Reibwert her alles möglich war, definitiv gespürt dass dieses 32 Zoll Rad schlechter gebremst hat als das mit 32 und das liegt einfach daran, dass ich eine deutlich kleinere Bremsscheibe im Verhältnis gefahren habe. Aber das ist alles gar kein Thema, sage ich mal, das ist mehr auch eine konstruktive Frage, wenn ich ein Cross-Country-Bike habe, wo ich dann überlegen muss, dass ich eine 200er Bremse montiere, obwohl die Gabel relativ lang schon ist, weil ich sie natürlich strecken muss, damit das größere Laufrad reinpasst, dann bedeutet das ein Zusatzgewicht, sowohl an der Bremse als auch an der Gabel als auch am Laufrad und das ist am Ende glaube ich die spannende Frage, weshalb ich mir vorstellen könnte, dass es tatsächlich Strecken gibt, wo auch im Profibereich 29er doch wiederum schneller sind in der Summe dessen was da passiert. Gegenüber dem 32er und der Robert hat es vorhin schon gesagt, dass es für die Profis... Und zusätzliche Komplexität, aber auch ein Mittel, sage ich mal, diese kleinen Verbesserungen nochmal zu erreichen und die kleinen Fortschritte zu erzielen und tatsächlich das jeweils beste Rad zu fahren. Und ich glaube, im Profiradsport wird die Bremse dann auch, sage ich mal, nicht so kritisch sein. Also man konnte ja trotzdem noch anhalten. Das ist nur für den Privatkunden, hätte ich gesagt. Ich würde die mit einer 200er Scheibe fahren und nicht mit einer 180er. Wir haben aber von den E-Bikes ja eh schon noch größere Bremsscheiben im Portfolio. Das heißt, das ist mehr eine, ja, Gunnar, du würdest sagen, eine Abmischungsinnovation, ne? Man muss nur die richtigen Teile kombinieren.
00:51:15: Hans Dorsch: Also da muss man dann in der Excel-Tabelle die Bremsscheibe richtig eintragen die dann montiert wird als Produktmanager oder
00:51:24: Tobias Stahl: Produktmanager auf Seite des Fahrradherstellers von dem ich das Komplettrad kaufe. Und wenn ich der Nerd bin, der das Rad selber aufbaut, dann... Dann werde ich, glaube ich, in Lage sein, das zu
00:51:33: Für wen ist 32 Zoll geeignet?
00:51:33: Tobias Stahl: berücksichtigen.
00:51:34: Hans Dorsch: Ja. So, jetzt gehen wir mal davon aus, was ich, also wir hatten es ja schon vorher, dass wir zum Beispiel weniger an die Leute denken, die umsteigen, als vielleicht Leute, die ganz neu einsteigen. wen ist denn 32 Zoll realistisch? Wir haben so Faktoren wie Körpergröße, Proportionen, Rahmengeometrien. Robert, aus dem Cross-Country Bereich und ihr kriegt ja wahrscheinlich auch… Jetzt bei euren Reifen und bei den Herstellern mit, zum Beispiel Gravel, Rennrad und Gravel ist bei Frauen sehr beliebt in letzter Zeit. Also die stellen, glaube ich einen großen Anteil an der Käuferschicht dar. Also die sind aber auch gleichzeitig kleiner. Wie siehst du die Größe 32 Zoll über solche Faktoren wie Körpergröße und Proportionen hinweg
00:52:36: Robert Mennen: Also es ist sicherlich eine Herausforderung desto kleiner der Fahrer, ja, desto eher komme ich halt im Bedrängnis, das alles irgendwie am Rahmen zu integrieren. Wie weit das 32 Zoll letztendlich runtergeht, ob 1,70 oder 1,65, ich glaube, das müssen nachher die Rahmenhersteller ausloten, wie kriegen die die Geometrien dahin. Und wie schon gesagt, die Vorteile sind ja erstmal unabhängig von der Körpergröße. Natürlich, der Gunnar hat das eben auch mit dem Gewicht irgendwie natürlich beschrieben. Ein leichter Fahrer wird das vielleicht nochmal anders sehen als ein schwerer. Aber wenn ich jetzt grundsätzlich so gucke, muss man auch mal fragen, was sind wirklich die Nachteile von 32 Zoll Und abgesehen von der Geometriefrage, wir hatten es eben, du hast höhere Massen im Laufrad, das Rad soll sich weniger agil fahren. Ich muss ehrlich sagen, das Rad, was ich jetzt mal getestet habe, ich hatte das Gefühl, selbst in engen Kurven habe ich keinen Nachteil. Es war auf einem Kurs den ich nicht kannte und dadurch, dass das Rad wesentlich stabiler lag, ich musste gar nicht so viel gucken, wo liegt da jetzt ein Stein oder wo liegt die Wurzel, sondern ich habe eingeschlagen und das Rad ging relativ gut rum. Das war jetzt ein Cross-Country-Kurs. Ich will das auch nicht für alle Bereiche gleichsetzen aber ich glaube, wenn wir jetzt über den klassischen Gravel-Fahrer 1,80 nachdenken, Cross-Country vielleicht auch ein bisschen den Trail-Bereich Da sehe ich absolut ein großes Einsatzfeld für 32. Wir hatten es auch eben mit E-Bikes. Ich glaube, bei E-Bike ist wahrscheinlich der Unterschied oder der Vorteil erstmal gar nicht so krass spürbar wie bei einem Bio-Rad. Bei einem Bio-Rad spüre ich die Effizienz. Ich habe auch nicht diese hohe Masse. Also ich nehme diese Vorteile von 32 Zoll glaube ich ganz anders wahr. Abseits der Frage, wie kriege ich noch den Motor da integriert. Aber ich glaube, deswegen ist das schon ein Bereich, gerade ein Bio-Rad-Bereich, wo es für viele Fahrer Sinn machen kann, auf 32 Zoll zu setzen.
00:54:44: Hans Dorsch: ja auch eine Preisfrage. Also ich weiß, anekdotisch bei mir, Leute fragen mich, ich möchte in den Mountainbikesport einsteigen oder ich möchte, ja gar nicht so, die haben gar keine so großen Ansprüche die möchten einfach im Wald fahren und dann sagen sie, ja, aber die gehen irgendwie bei 5.000 Euro los. Ich möchte ein einfaches Rad, das alles kann. Also ist das vielleicht auch eine Einstiegsmöglichkeit dann, so ein Rad, das eben noch besser, also die Kraft, die ich einsetze noch besser umsetzt und mir Sicherheit gibt?
00:55:26: Robert Mennen: Also, gefühlsmäßig würde ich sagen, so ein Rad ist erstmal einfacher zu fahren, weil es halt stabiler ist und damit auch gerade dem Anfänger hilft, über technisches Terrain zu fahren. Aber wir wissen auch aus Erfahrung, Innovationen kommen erstmal im hochpreisigen Segment. Alle Räder, die wir gerade sehen, sind Manufakturräder. Ich hatte es eben, Federgabel, Suspension ist gerade alles sehr hochpreisig. Also da wird man sicherlich noch was warten müssen, bis das dann auch in niedrigere Preisbereiche kommt.
00:56:01: Hans Dorsch: Das heißt, wenn ich mir jetzt, wenn ich jetzt ein Gravel-Mountainbike kaufe und es gibt noch keine 32 Zoll, dann bin ich aber nicht abgehängt in Zukunft, oder?
00:56:19: Robert Mennen: Nein ich glaube auch nicht, dass man jetzt von heute auf morgen das 29er deswegen schlecht ist. Also das macht ja weiterhin Spaß. Aber natürlich, wenn ich jetzt gerade vor einem Neuradkauf stehe würde ich mir schon gucken, was gibt es auf dem Markt und würde gucken, was erwarte ich von so einem Rad und nach Möglichkeit es irgendwo mal testen um für mich zu bewerten, hat es für mich Vorteile oder ist es vielleicht gar nicht so groß.
00:56:45: Tobias Stahl: Ja.
00:56:45: Gunnar Fehlau: Ja, das ist spannend, weil ich glaube, das ist genau eine der Stellen, wo jetzt so Marktdynamiken auch zu besprechen sind. Wir haben natürlich hohe Bestände noch im Markt und keiner kennt sie wirklich. Und es ist natürlich so, dass die Akteure, die noch hohe Bestände haben, sich nicht notwendigerweise was ins Schaufenster stellen, was nicht... Das hilft, diese Bestände runterzufahren. Und das ist ja so ein bisschen das Innovationsproblem, was wir seit Corona haben, dass coole spannende Neuheiten nicht in den Markt kommen, weil die Hersteller mitunter sagen, ich habe noch so viel von dem anderen, das muss ich erstmal verbrauchen. Und die Händler auch sagen, die Händlerin, hier steht ja noch so viel, warum soll ich mir das in den Laden stellen? Das sehen wir im Schaltungs- und im Antriebsbereich bei einigen Innovationen. Und das heißt, wir sind hier einerseits sind ein paar Leute ganz frosch auf dem See, bevor es friert und andere sind ganz ruhig. Also durch die Branche wird da auch, die Branche wird da ein sehr heterogenes Bild hinterlassen. Es wird Hersteller geben, die da versuchen, möglichst schnell dabei zu sein. Und es wird andere Hersteller Es andere sagen, die sagen, ich habe hier gerade noch irgendwie andere Branchenthemen und andere Cashflow- und Overstock-Themen. Ich warte erstmal, wie sich das entwickelt. Das heißt, ich bin da bei Robert, das wird in den oberen Preisklassen schon aus Skalierungseffekten heraus, wird das erstmal oben anfangen, auch weil alle Akteure erstmal mit konservativen Stückzahlen planen werden und planen müssen und ihre Entwicklungskosten und Werkzeugkosten auf kleinere Mengen umlegen. Aber das kann dann auch relativ schnell im Preis runtergehen, wenn man merkt dass es anzieht und sie sagen, okay, die Entwicklungskosten sind drin, die Werkzeugkosten sind drin und jetzt können wir ganz anders rechnen und dann kann die nächste Iterationsstufe schon günstiger werden. Das heißt, meine These ist, dass das 26 noch ein Manufakturthema bleibt mit Manufakturpreisen und dass wir im Frühjahr 27 einfach davon ausgehen können, dass die ersten Großhersteller... Allerfrühstens weil da müssen wir auch noch über Produktionsvorläufe reden. Es ist so, dass sowas halt einfach... Eher zweieinhalb bis drei Jahre üblicherweise braucht, bis ich will ein neues Rahmenkonzept haben und es steht im Laden, als dass es 18 Monate braucht. Das heißt, wir verhandeln hier so ein bisschen auch die Zukunft, vor dem Hinblick, dass wir sagen können, wir können zwar schon darüber reden. Aber gerade vornehmlich für die Nerds und für die, die bereit sind, auf Manufakturebene zu konsumieren. Bevor RNAP aus K, wie ich sie immer nenne, irgendwie in einen Filialistenladen reingeht und sagt, ich will ein Mountainbike haben. Und der Verkäufer sagt, gucken Sie mal, gibt 29 Zoll, gibt 32, gibt 27,5, gibt es Mitfederung, gibt es Ohnefederung, was wollen Sie denn? Bis dahin vergeht noch relativ viel Zeit und das auch vor dem Hintergrund, dass wir sowieso, wie gesagt, 13 von 14 verkauften Mountainbikes gegenwärtig haben einen Motor. Und wir verhandeln hier gerade an dem vorhandenen Thema, das im Biobike-Bereich am heißesten diskutiert wird. Das heißt, wir reden sowieso gerade im Verkauf nur von einem Vierzentel des Marktvolumens und davon gerade vom Manufakturbereich. Im Musikbereich würde man sagen Musikermucke. Handwerklich total geil, aber das Niveau auf dem diskutiert wird, ist nur von Nerds gerade zu verstehen und die Relevanz ist auch gerade erstmal nur in der Szene.
01:00:15: Hans Dorsch: Ich habe zum Thema Relevanz noch eine Parallele und zwar Computer. Da war es lange Zeit so, dass Leute, die einen neuen Computer brauchen, zum Beispiel, wie lange soll ich warten, wann kommt ein neues Modell raus und die warten dann aber so lange. Also es gibt die Möglichkeit, eben so lange zu warten und währenddessen irgendwas Schlechtes zu benutzen
01:00:40: Kaufberatung und Marktverfügbarkeit
01:00:40: Hans Dorsch: oder gar nichts. Oder sie kaufen sich jetzt das Gerät das aktuell da ist und arbeiten damit oder nutzen das und sind froh damit. Tobias, du hast ja diese Entwicklung von 26 zu 29 mitgemacht. Also wenn ich jetzt ein Rad brauche, dann bekomme ich gutes Material, oder? Und kann, wenn ich in die Natur, wenn ich die Mountainbike-Freiheit möchte, dann kann ich die jetzt erleben, oder? Ja.
01:01:13: Tobias Stahl: Absolut. Also ich glaube, das Level an Bikes die wir heute kaufen können, Ist extrem hoch und es ist, Gunnar du sagst richtig, sehr viel elektrifiziert worden, aber auch die klassischen Fahrräder ohne E-Motor sind extrem gut und wahrscheinlich die besten, die wir je kaufen konnten. Deshalb jetzt zu sagen, ich warte dann bis 32 Zoll richtig ausentwickelt ist und solange kaufe ich mir kein Fahrrad, wäre tatsächlich einfach verschenkte Lebenszeit, das abzuwarten. Und ich glaube, wir müssen auch so ehrlich sein zu sagen, die Industrie ist natürlich schlauer geworden und in der Mountainbike-Welt war der Wechsel auf 29 Zoll das erste Mal, dass die Laufradgröße geändert wurde von den 26 Zoll, mit denen man gestartet ist. Und das ist halt, also Abweichungen gab es schon immer hier und da, aber so das große Ding, 26 Zoll war immer da und die ersten 29er waren definitiv noch nicht ausgegoren und da ist einige Entwicklungszeit reingeflossen, bis die Räder wirklich Spaß gemacht haben. Und ich erwarte jetzt, dass... Aufgrund der Erkenntnisse, die da gemacht wurden und auch mit der Professionalitätssteigerung, wie Fahrräder entwickelt werden heute... Dass das schneller geht, dass die 32 Zoll Räder passend sind, aber wie der Robert eingangs auch schon sagte, sind wir halt an einem Punkt, wo es Limits gibt, Stolberg sagt, wir werden auch Enduros mit 32 Zoll machen, ich werde sagen, für mich mit meiner Körpergröße wird ein Enduro mit 32 Zoll keinen Sinn ergeben, insbesondere nicht am Hinterrad und ich fahre auch nicht schnell genug, um das auszukosten. Das heißt, wir kommen hin zu dem Thema, was jetzt beim Skifahren, das nehme ich ganz gerne als Vergleich, das ist eh Standard, es gibt Ski die sind 14 Zentimeter breit natürlich, die fahre ich aber nicht, weil ich den Einsatzzweck nicht habe und beim Fahrradfahren werden wir uns daran gewöhnen müssen, dass es eben eine Laufradgröße gibt, die in Einsatzbereiche zum Einsatz kommt, die ich jetzt so nicht abdecke und damit ist die für mich nicht relevant und deshalb glaube ich, wer sich heute ein Fahrrad kauft, der kann sich sehr gut online informieren, der kann sich sehr gut im Fachhandel informieren und der kann Entscheidungen treffen, die definitiv Spaß macht und die Frage ob man jetzt der erste Early Adopter ist bei 32 Zoll ist entweder Aus einer Nerdfrage heraus, weil es einen technisch interessiert oder aus einer Wettbewerbsperspektive heraus, weil man sagt, ich habe Bedarf schneller zu werden und ich habe Bedarf, irgendwo Rennen zu gewinnen und ich glaube, dass ich damit einen Unterschied machen kann, deshalb probiere ich das aus. Das trifft aber tatsächlich ja auf die allerwenigsten Menschen zu, weshalb ich jetzt niemandem raten würde, auf 32 Zoll in der Breite zu warten, es sei denn, man ist wirklich angefixt davon.
01:03:35: Hans Dorsch: Robert, wie siehst du das?
01:03:39: Robert Mennen: Ja, und ich wollte auch nur nochmal ergänzen, also wir machen es ja ein Stück weit dem Endkunden auch damit gar nicht einfacher. Wir haben gerade MTB gesprochen, es gibt so viele Segmente, es gibt Gravelbikes, der Kunde muss ja erstmal für sich definieren, wo ist überhaupt mein Einsatzgebiet was brauche ich, womit werde ich glücklich Ich bekomme das teilweise auf den Trails mit, dann fährst mit einer Enduro-Gruppe und da kommt einer mit einem Down-Country-Rad an. Nee, du kannst ja nicht mitfahren. Oder da ist eine Bio-Radgruppe und da kommt einer mit einem E-Bike. Nee, das geht nicht. Also du kannst hier nicht mitfahren. Wir wollen alle einfach nur Spaß auf dem Rad haben. Und die Räder sind heute schon so breit gefächert, dass man damit ein sehr breites Einsatzbereich hat. Und jetzt kommt noch 32 Zoll hinzu. Und ich sehe das natürlich auch irgendwo für den Handel als eine Chance, da seine Beratung unterzubringen. Also inzwischen wird ja auch sehr viel online gekauft. Ich glaube, dieses ganze 32-Zoll-Thema ist auch wieder was, wo ich dem Kunden erstmal erklären muss, wo sind die Vorteile, wo sind die Nachteile. Es macht es nicht einfacher. Und von daher brauche ich da auch natürlich einen Ansatz Auch wir als Industrie sind da gefragt, ganz klar aufzuzeigen, wo sind die Vorteile. Und das Wo sind die Nachteile?
01:04:54: Hans Dorsch: Kuna.
01:04:55: Gunnar Fehlau: Ich würde erst mal sagen, absolut betrachtet bleibt die Fahrradtechnik von heute ja genauso gut. Es kann halt nur sein, dass über 32 Zoll in bestimmten Bereichen in der Relation man sagt, es gibt doch was Besseres. Das heißt, wenn ich mir heute ein Rad kaufe, habe ich erst mal ein gutes Rad. Und auch da würde ich unterscheiden. Ich würde, wenn ich Nerd bin und ich habe einen Fuhrpark, dann kann ich ganz entspannt irgendwie... Sowieso warten, weil ich hab ja was und fahr damit und hab Freude und wenn ich mir heute ein Rad kaufen will, dann würde ich sagen, kauf aus dem Sortiment, das heute im Laden ist und wenn ich noch suffisant bemerke ist, es ist ja auch so, dass gerade Overstocks im Markt sind, also das Preis-Leistungs-Verhältnis von Bio-Mountainbikes im Handel zu den Preisen zu denen sie gerade angeboten werden, davon hätten wir früher geträumt wie viel Technik du da fürs Geld kriegst Das heißt, das ist eigentlich ein ganz guter Zeitpunkt, Saisonrad zu kaufen. Und vor allem, wenn ich bisher keins habe, ja, beeil dich, der Frühling kommt. Und jeden Tag Sonnenschein der kommt, und wo die Temperaturen wärmer werden und die Karre steht im Keller oder in der Garage abfahrtsbereit, bist du dabei. dein Rad noch im Laden steht, kannst du nicht fahren. Und aus einer PDS-Perspektive, wir haben ja in wenigen Tagen den Fahrradfrühling, unsere Roadshow, wo wir ja immer die Neuheiten der Saison mitbringen. Und zeigen, was spannend ist. Wir haben jetzt noch keinen 32 Zoll dabei, weil wir sagen, das ist in der Breite auf einer verfügbarkeitskonsumistischen Ebene nenne ich das mal, noch kein Thema. Weil, wenn du jetzt in einen normalen Fahrradladen gehst und sagst, ich will einen 32 Zoll Mountainbike haben, der kann dir gegenwärtig schlicht nichts liefern. Weil es kann noch keiner liefern. Das kann sich in einem Jahr geändert haben, dann werden wir es beim Fahrradfrühling sicherlich auch dabei haben, sobald da wirklich was am Markt ist, aber gerade ist es noch ein Thema für die Leute, die auf dem See sind, bevor es friert. Das ist ein bisschen von uns dreien ja auch der Job, dass wir frühestmöglich den Markt von in zwei oder drei Jahren schon erfahren haben und ihn mitgestalten und darüber berichten. Für alle anderen müssen wir leider sagen, wahrscheinlich müssen alle anderen noch ein bisschen warten.
01:07:10: Fazit: Trend oder Game Changer?
01:07:10: Hans Dorsch: Ja, vielen Dank. Dann ich sagen, ist es vielleicht zum aktuellen Zeitpunkt Zeit für ein kurzes Statement. Ich frage euch einfach mal alle drei, einen nach dem anderen. Also was ist 32 Zoll in einem Satz? Trend, Game Changer oder reines Marketing? Tobias, fang mal an.
01:07:32: Tobias Stahl: Da setzte mich direkt auf den Pott. Ich glaube, es ist für... Große Menschen ein Game Changer, wenn dann die Räder tatsächlich verfügbar sind. Jetzt gerade ist es eine Thematik die medial sehr viel Aufmerksamkeit bekommt, weil es das neue Ding ist. In der Realität wird man in keinem Laden aktuell, außer den handverlesenen Nerdbuden einen Rahmen oder ein Bike dazu finden. Das heißt, aktuell erleben wir sehr, sehr viel Trend wenig Substanz dahinter und ich glaube, das wird sich verändern, aber das wird auch ein bisschen brauchen.
01:08:03: Hans Dorsch: Robert, wie sieht es bei dir aus, vom Reifenstandpunkt aus?
01:08:07: Robert Mennen: Ich würde sagen, es bietet messbare Vorteile. Natürlich muss man von Radkategorie zu Radkategorie gucken, aber ich glaube, wir kommen an 32 Zoll nicht mehr vorbei und es wird kommen.
01:08:19: Hans Dorsch: Okay, Gunnar?
01:08:20: Gunnar Fehlau: Ich würde sagen, für die Nerds ist es jetzt ein Thema, für die breite Masse wird es allerfrühstens Sommer 27 ein echtes Thema und wir verfolgen das bis dahin und zumindest meine ersten Eindrücke sind, es ist eine sinnvolle Erweiterung der ganzen Spielart Laufradgrößen, da geht nochmal was in bestimmten Segmenten. Und
01:08:41: Hans Dorsch: Dann bedanke ich mich bei euch allen. Vielen Dank und an alle die zuhören, die Tage werden länger raus aufs Rad.
01:08:55: Gunnar Fehlau: die längeren Podcasts hören, sorry, dass wir über eine Stunde sind. Danke euch,
01:09:01: Hans Dorsch: euch. Tschüss.
01:09:03: Tobias Stahl: ciao.
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