Inklusion im Radsport bei der Mecklenburger Seen Runde

Shownotes

Inklusion im Radsport bei der Mecklenburger Seen Runde

Wir sprechen über Inklusion beim Radfahren – aber nicht abstrakt, sondern sehr konkret: und zwar am Beispiel der Mecklenburger Seenrunde.

Unsere Gäste sind Jan Wiedemann, Paracycling-Athlet und Inklusionsbeauftragter sowie Detlef Koepke, Veranstalter der Mecklenburger Seen-Runde.

Links zu den Themen im Podcast

Kontakt zum pressedienst-fahrrad

Der pressedienst-fahrrad ist natürlich auch persönlich erreichbar. Er unterstützt bei geplanten Beiträgen, beantwortet Fragen und vermittelt Ansprechpersonen für Interviews oder O-Töne. Auch Tests von Fahrrädern oder Zubehör kann das Team organisieren.

E-Mail: info@pd-f.de
Telefon: 0551/90033770

Mehr Informationen zum Team


Die Themen des Monats werden produziert vom pressedienst-fahrrad.

Sprecher: Hans Dorsch
Intro: prod Laurin

Transkript anzeigen

00:00:00: Intro und Gäste

00:00:12: Hans Dorsch: Mein Name ist Hans Dorsch und heute sprechen wir über Inklusion im Radfahren. Aber nicht nur abstrakt, sondern ganz konkret. Wir sprechen mit Jan Wiedemann. Er ist Paracyclingathlet und Inklusionsbeauftragter. Und wir sprechen mit Detlef Köpke. Er ist Veranstalter der Mecklenburger Seenrunde. Und natürlich ist Geisler dabei, mein sehr sehr verehrter Co-Host. Willkommen!

00:00:38: Thomas Geisler: hallo, Herzlichen Dank für diese schönen Worte, Hans. Vielen Dank.

00:00:45: Hans Dorsch: Hallo zusammen! Schön, dass ihr es geschafft habt. Fangen wir doch mal mit einer kleinen Einführungsrunde an. Jan, stell dich doch mal ganz kurz vor.

00:00:55: Jan Wiedemann: Ich bin der Jan Wiedemann, komme aus Sonneberg in Südthüringen, bin noch 53 Jahre jung, habe mit einer Schwerbehinderung zu tun, bin Fahrer Cyclist, also Behindertensportler und bin als Inklusionsbotschafter für die Mecklenburger Seenrunde unterwegs. Und meine Message ist, be bold. Sei stark oder zeig dich. Da kommen wir später noch dazu.

00:01:23: Hans Dorsch: Stark. Und Detlef?

00:01:25: Detlef Koepke: bezeichne mich immer als Initiator der Mecklenburger Seenrunde, weil ganze Nummer, die wir hier auf die Beine stellen, ist halt getragen von 700, über 700 Helfern in diesem Jahr und deswegen wäre das vermessen zu sagen, ich bin derjenige welcher sondern wir wuppen das hier mit der ganzen Region, die hinter der Veranstaltung steht und darauf sind wir sehr stolz und deswegen einfach meine Rolle, ich bin der Initiator dieser verrückten Idee.

00:01:51: Thomas Geisler: Und du bist auch ein bisschen das Gesicht der Mecklenburger Seenrunde So nach außen bist du derjenige der das schon sehr

00:01:58: Detlef Koepke: ich habe das seit 2013, bin ich da dran und das etabliert sich dann irgendwann, als Gesicht der MSR zu sein.

00:02:06: Thomas Geisler: Jan, kommen wir gleich mal dir. Ich habe gelesen, du hast eine Plexusparese. Habe ich das überhaupt richtig ausgesprochen? Und könntest du uns mal erklären, was das ist und wie es überhaupt dazu kam, dass du jetzt unter dieser leidest?

00:02:24: Jan Wiedemann: Ja, also das war 1999, hatte ich einen Motorradunfall und bin da ein bisschen unglücklich an so einem Baum geprallt Und da hat es in dem Arm praktisch oder im Plexusbereich alles irgendwie zerlegt, was zerlegen geht. Also Knochen gebrochen die ganzen Gefäße waren zerstört die Nerven zerrissen. Und auch irreparabel. Also seitdem ist der Arm gelähmt ab Schulter abwärts auch ohne Gefühl und ohne Funktion praktisch Genau, so ist es damals passiert, aber ich arrangiere mich praktisch ganz gut damit momentan.

00:02:59: Hans Dorsch: Welcher Arm ist das und was bedeutet die Einschränkung konkret im Alltag und fürs Radfahren?

00:03:06: Jan Wiedemann: Ja, also es ist der linke Arm, den es bei mir zerlegt hat. Ich bin zum Glück Rechtshänder, aber im Alltag ist es natürlich so dass... Ja, ihr müsst euch vorstellen, alles mit einer Hand zu machen. Das ist dann schon manchmal ein bisschen komisch aber man lässt sich da halt immer was einfallen und nicht unterkriegen. Und die Familie hilft ja auch dabei. Das sind ja alle dabei, die Kinder und so. Aber grundsätzlich lasse ich mir immer selber erstmal etwas einfallen, wie ich irgendwas bewerkstellige Ob das am Haus ist, im Garten oder halt Fahrradfahren auch.

00:03:39: Thomas Geisler: Wie muss man sich das vorstellen? Den linken Handbremshebel zum Beispiel kannst du ja überhaupt nicht benutzen oder Schaltung oder sowas Musstest du das dann alles umbauen oder wie kann man sich dein Fahrrad vorstellen?

00:03:51: Radfahren mit einer Beeinträchtigung

00:03:51: Jan Wiedemann: Genau, also ich habe dann irgendwann angefangen mich mit dem Thema Fahrrad zu beschäftigen, weil ich irgendwie meinen Radius erweitern wollte und nicht nur rumwandern im Wald. Und da habe ich mir verschiedene andere Paraathleten mal angeschaut wie die das gelöst haben. Und bei mir ist es so, dass alles auf rechts umgebaut ist. Also ich bremse mit einem Hebel praktisch beide Räder und schalte auch nur mit rechts. Praktisch die schaltgruppen entweder beim gravel es ist ja nur hinten der umwerfer oder beim rennrad halt vorne und hinten das ist dann sequenziell eingestellt das ist so eine art automatik wo dann der der schifter erkennt wann Er umschalten muss alleine. Also ich muss aber schon noch ein paar Tasten betätigen. Aber ansonsten fahre ich nur mit rechts, muss auch meine rechte Hand extrem belasten sage ich mal. Wenn ich jetzt so lange Berge runterfahre, dann schmerzt es schon extrem. Links kann ich nur, Bedingt einsetzen. Der ist auch mit einem Klettband fixiert am Lenker, damit er eben mir nicht vom Lenker rutscht. Aber ich kann dann unterwegs auch schon mal kurz im Stehen fahren oder mal die Flasche trinken oder so. Das geht schon. Aber auf langer Strecke habe ich dann halt extrem zu tun mit meinem ganzen Oberkörper. Der verspannt dann und verkrampft, weil ich eben nur in einer Position verharre.

00:05:14: Hans Dorsch: Bist du eigentlich schon vor dem Unfall Fahrrad gefahren?

00:05:18: Jan Wiedemann: Also ich muss sagen, vorher hatte ich ich komme zwar aus den Neun Bundesländern und da war der Spott, damals hat er schon einen ganz anderen Stellenwert gehabt in der Schule und auch dann noch man halt ganz anders aufgestellt, aber also richtig mit Spott und Fahrradfahren hatte ich nichts am Hut. Natürlich hatte ich ein Klappfahrrad und bin dann irgendwie mal in die Schule gefahren und so. Aber das kam dann auch erst später, das kam erst 2009, also zehn Jahre nach dem Unfall, wo ich dann mir das erste Fahrrad gekauft habe. Und umgebaut habe. Und dann ging es los mit den langen Touren und immer mehr Intensität und Umfang

00:05:55: Thomas Geisler: Und gab es da irgendwie so ein spezielles Erlebnis Also du hast schon gesagt, weitere Strecken fahren, längere Strecken fahren oder war noch irgendwie so ein Moment, wo du gesagt hast, jetzt will ich das mit Fahrradfahren versuchen?

00:06:07: Jan Wiedemann: Ja, wie ich schon sagte, das ist so, ich war dann erstmal in einem Loch. Depressiv, Depressionen das Schlimmste was es auf der Welt gab, war ja meine Behinderung oder meine Verletzung, nachdem ich erfahren habe, dass es eben auf Dauer so bleiben wird. Dann habe ich erstmal Jahre gebraucht um mich da irgendwie rauszufummeln, sage ich mal. Mich einfach mal orientiert an anderen Leuten, die sich zeigen, die eben sich nicht unterkriegen lassen. Und da habe ich für mich erkannt, es geht weiter, es gibt immer Schlimmeres, es muss weitergehen. Und da ist bei mir der Drang entstanden mich zu aktivieren und dann bin ich raus. Spazieren gelaufen, da war mir der Radius zu klein, dann habe ich mir ein Mountainbike gekauft, dann ging das schon weiter weg und dann war mir das immer noch zu kurz und dann war das Rennrad dran und dann Es sind natürlich immer mehr Radmarathons dazugekommen wie die MSR zum Beispiel.

00:07:02: Thomas Geisler: Für dich hat das Fahrrad dann eigentlich schon eine Bedeutung zu Therapiezwecken oder? Also gibt es dann auch so Unterstützung, zum Beispiel von der Krankenkasse, weil da wird ja viel darüber diskutiert ob das sinnvoll ist, Fahrrad als Therapierad anzuerkennen und auch viele Schritte dann, damit man das kriegt. Hast du sowas erfahren oder musstest du jetzt erstmal alles selber für die Stämmen auch die ganzen Umbauten Radbeschaffung etc.?

00:07:28: Jan Wiedemann: ehrlich sagen, ich bin überhaupt gar nicht auf die Idee gekommen, die Krankenkasse da zu informieren oder irgendwie ins Boot zu holen Es war mir auch gar nicht bekannt, dass es da irgendwie eine Möglichkeit gäbe. Ich habe bis jetzt immer alles selber finanziert, bis auf Sponsoren die mich natürlich da in dieser Richtung unterstützt haben, mit Material auch. Aber an die Krankenkasse selber bin ich gar nicht herangetreten, weil ich mich ja gar nicht so behindert gefühlt habe. Sag ich mal, im Vergleich jetzt zu jemandem, der vielleicht im Rollstuhl sitzt, wo ein Rollstuhl über die Krankenkasse vielleicht läuft, habe ich das bei mir gar nicht gesehen. Also ich bezeichne mich ja auch eigentlich gar nicht als behindert sondern ich habe halt eine Beeinträchtigung oder so.

00:08:10: Hans Dorsch: Da würde ich ganz gerne gleich einen Punkt vorwegnehmen, den ich eigentlich erst später fragen wollte. Du bezeichnest dich als beeinträchtigt, wie bezeichnest du dann Menschen, die keine Beeinträchtigung haben?

00:08:26: Jan Wiedemann: Für mich gibt es da überhaupt gar keine Trennung. Wie gesagt, ich habe ja auch das Wort Behinderung gar nicht so gerne. Für mich gibt es da keine, du bist behindert und du nicht. Jeder, wenn man mal in sich reinhorcht, jeder hat auch irgendwie sein Säckchen zu tragen oder irgendwas mit sich rumzuschleppen. Und bei einem ist es halt eine Querschnittslähmung, beim anderen ist es halt geistig der Natur. Und bei mir ist es halt der linke Arm, der nicht funktioniert. Aber deswegen sind wir doch alle irgendwie Menschen und gleich. Und deswegen g ibt es nicht nichtbehindert und behindert, also für mich zumindest nicht. Deswegen bin ich ja auch im Breitensport aktiv bei den weniger beeinträchtigten Menschen, wenn man es denn so nennen will. Für mich, wie gesagt, gibt es gar keine Unterschiede zwischen den Menschen, ob die jetzt eine Behinderung haben oder nicht. Wir sind alle Menschen, wir haben alle irgendwie vielleicht eine kleine Beeinträchtigung oder wie auch immer. Ich differenziere das nicht so krass mit einem Wort Behindert oder Nichtbehindert. Ich sehe mich selber auch gar nicht behindert an, sondern bei mir geht halt der linke Arm nicht. Alles gut.

00:09:30: Thomas Geisler: Wie ist es eigentlich, darfst du Auto fahren oder ist das Fahrrad für dich generell auch das alltägliche Mobilitätsmittel?

00:09:39: Jan Wiedemann: ja. Also ich habe auch ein Auto, das umgebaut ist auf Behinderungen, was ein jahrelanger Kampf mit der Rentenversicherung war, die ja zu mir sagten ich kann mich ja mit einem Arm im Bus festhalten. Ich muss damit nicht unbedingt fahren mit dem Auto und auch auf den Hinweis darauf hin, dass ich ja eben keinen Bus zur Verfügung habe, wo ich wohne und mein Arm bei Kälte einfach sehr, sehr empfindlich ist, hat ein Gericht dann entschieden, dass ich Autofahren darf mit einem Umbau. Aber tatsächlich fahre ich auch so weit und so gut wie es geht oder so oft wie es geht mit dem Fahrrad auf die Arbeit. Ja, das verbinde ich dann natürlich gleich mit meinem Wochenpensum Natürlich im Winter nicht mehr. Also ich habe ja auch noch mit Long-Covid zu tun, seit Covid 2021 mich erreicht hat und die Durchblutung in dem gelähmten Arm nochmal schlechter geworden ist und da habe ich sowieso Outdoor-Verbot, wenn es kalt ist.

00:10:38: Thomas Geisler: Hm, ok.

00:10:41: Hans Dorsch: okay.

00:10:41: Zweiter Unfall und der Weg zurück

00:10:41: Thomas Geisler: Ich habe auch gelesen oder gehört in einem Interview, das du gegeben hast, dass du 2019 auch nochmal einen Radunfall hattest oder? Und der muss ja auch sehr schwer gewesen sein für dich.

00:10:54: Jan Wiedemann: Genau, das war praktisch resultierend aus der Armlähmung. Ich hatte bis 2019 den linken Arm. Nur auf dem Länger oben aufgelegt, auf dem Bremsgriff und alles mit rechts gehalten. Und da kam ja einfach so ein Teerschweller in die Quere, wo man so Geschwindigkeitsreduziert in so Wohngebieten. Und da ist der linke Arm vom Länger gesprungen und ich habe den Länger verrissen und bin dann diagonal auf so einem Bottstein aufgekommen. Da war dann irgendwie alles gebrochen was zu brechen ging nochmal und habe seitdem auch weitere Einschränkungen. Das linke Bein ist ein Teil gelähmt seitdem und ein Tinnitus ist noch dazugekommen und so. Also ich bin schon eine größere Baustelle und seitdem fixiere ich den Arm mit einem Klettband am Lenker, dass mir eben das nicht mehr passiert.

00:11:49: Thomas Geisler: du hast nie damit gespielt, mit dem Gedanken gespielt, mit dem Radfahren aufzuhören? Oder war das dann auch nochmal so ein Loch, in das du gefallen bist? Oder hat das Radfahren da erst recht geholfen aus dem Loch wieder schneller rauszukommen?

00:11:59: Jan Wiedemann: Genau also für mich ist Radfahren essentiell wichtig. Also alleine schon wegen der Bewältigung der Depression, die ja nach wie vor vorhanden ist und ab und zu auch wieder mal aufkeimt Dann ist eben das Radfahren oder die körperliche Betätigung auch immens wichtig für mich, für meinen ganzen restlichen Körper, den ich ja intakt halten muss und auch für die Psyche natürlich. Die Ziele erreichen, die man sich stellt und natürlich daraus resultierend das Weitertragen der Botschaft. Schaut mich an, es geht mit einer Beeinträchtigung eben, kann man trotzdem vorankommen und vorwärts kommen.

00:12:40: Hans Dorsch: Wie lange hat es dann gebraucht nach dem zweiten Unfall, bis du wieder längere Strecken fahren konntest?

00:12:47: Jan Wiedemann: war ja nach dem Unfall dann in einer Rehabilitation also in der Reha, die ging sechs Wochen lang. Da haben sie mich dann in so ein Wasserbad gesteckt, wo ich dann mit älteren Damen mit so Eisbergbadekappen irgendwie Wassertreten gemacht habe. Und dann habe ich mit dem Doktor dort vereinbart, dass ich da ab morgen mein Fahrrad mitbringe und da schon Fahrrad fahre. Also das war innerhalb von vier Wochen, habe ich dann schon wieder auf dem Rad gesessen und mit gebrochenen Rippen leicht trainiert. Und das ging relativ schnell. Also der zweite Unfall war gar nicht so... Dramatisch weil ich vielleicht den ersten Unfall immer noch im Unterbewusstsein verarbeite. Also das war praktisch ein Ereignis was sich zwar wiederholt hat in anderer Form, aber ich wusste, okay, geht auch wieder weiter. nutzt ja nichts.

00:13:33: Hans Dorsch: Und du hast ja diese Lösung dann auch gefunden, also für den Arm, um den dann zu fixieren oder?

00:13:40: Jan Wiedemann: Genau, ich habe mir jetzt fixiert, es mag ein Risiko sein, wenn ich jetzt stürze dass der vielleicht dann nicht vom Lenker mit weg geht, dann bricht mir der halt, aber lieber bricht mir der linke Arm, als dass ich mich so schwer hinlege, dass was anderes vielleicht noch kaputt geht, was funktioniert.

00:13:57: Hans Dorsch: Hm. Wie oft fährst du denn in der Woche Rad und welche Rennen fährst du mittlerweile?

00:14:05: Jan Wiedemann: Also mein Pensum erstreckt sich tatsächlich auf 8 bis 10 Stunden in der Woche, kommt da schon zusammen. Jetzt im Winter natürlich mit unserer Swift Community, unserem Mecklenburger Seenrunde Swift Club, den wir da gegründet haben und fahren. Online bin ich Leader und mache da Workouts und Group Rides mit einer riesen Community von mittlerweile 1500 Leuten, die in unserem Club sind. Das ist für mich sehr, sehr wichtig und effektiv im Winter und jetzt im Sommer kommen halt die Arbeitswege dazu, Wochenende lange Touren dann bin ich überall unterwegs. Mein Lieblingsmarathon ist natürlich die Mecklenburger Seenrunde in Neubrandenburg.

00:14:44: Hans Dorsch: noch zu.

00:14:45: Thomas Geisler: Dank

00:14:46: Jan Wiedemann: dann fahre ich halt auch so bei anderen Veranstaltungen mit, die ein ähnliches Format haben. Gravel-Rennen fahre ich auch mit mittlerweile. Das liegt mir auch ganz gut im Wald. Oder halt in Österreich die ganz namenhaften Marathons wie Ötztaler oder Super Giro Dolomiti und sowas Oder auch Fischkona oder European Peace Ride. Wir haben auch einen eigenen Marathon in Thüringen natürlich auf die Beine gestellt im Juni.

00:15:10: Community als Motivation

00:15:10: Thomas Geisler: Du hast ja jetzt die Mecklenburger Seenrunde schon öfters erwähnt und wenn du jetzt auch selber aktiv bist, zum Beispiel mit der Swift Community, ist sowas dieser Community-Gedanke, hilft der dir weiterzukommen oder dich wieder zu motivieren und warum ist das für dich so wichtig und elementar?

00:15:33: Jan Wiedemann: Das ist das Hauptthema und der Hauptpunkt, warum ich es überhaupt mache. Wegen der Community, wegen der Gemeinschaft wegen dem Zusammenhalt. Ich hatte damals die Chance, 2014 hat mich der Bundestrainer der Parasitien Nationalmannschaft angesprochen ich sollte doch in den Kader kommen, aufgrund meiner Behinderung suchen die natürlich Para-Athleten. Ich habe das aber abgelehnt weil ich wollte mich eben nicht separieren sage ich mal so, nur in den Behindertensport rein, sondern ich wollte... Im Breitensport tätig sein, mit allen möglichen Männlein Weiblein dick, dünn groß, klein, keine Ahnung. Und da ist für mich da ist die Community. Im Parasport ist es für mich nur Geld ausgeben und schwitzen bis zur Kotzgrenze sage ich jetzt mal gut. Um dann im Endeffekt nichts zu gewinnen. Und das motiviert einen nicht. Das hat mich nicht motiviert damals. Und im Gegenteil, das kann nicht eventuell noch runterziehen. Und da die Community eben zu treffen, alleine schon im Winter bei den Trainings wo du weißt, okay, die 100 Leute, die jetzt bei dem Ride, den wir gemacht haben dabei sind, die treffe ich dann in echt bei der Mecklenburger Seenrunde. Ok, die sehen vielleicht dann nicht so aus wie der Avatar in dem Game. Aber ich sehe die in echt und da ist so gigantisch was da entstanden ist aus der Geschichte Mecklenburger Seenrunde und die Community Indoor. wirklich. Und wenn man dann dort ist und ich komme ja gar nicht zum Fahren groß. Also wenn ich dort mit jedem quatschen wollte, müsste auf der Runde bei der Mecklenburger Seenrunde, ich wäre eine Woche unterwegs, glaube ich. Weil man eben, jeder kennt gefühlt jeden dort.

00:17:18: Inklusion bei der Mecklenburger Seenrunde

00:17:18: Hans Dorsch: Ich glaube, wir müssen Detlef jetzt mal reinholen ins Gespräch oder?

00:17:21: Detlef Koepke: Ich muss schon schmunzeln, so aus der Distanz. Das ja fast schon eine Werbeveranstaltung. Ich kann da kurz mal einhaken. Der Spirit kam von Anfang an von der Seite der Behinderten, Sportlerinnen und Sportler. Dass man uns gefragt hat bei der MSR, wir würden gerne bei der MSR teilnehmen, aber wir haben Absagen bekommen von anderen Veranstaltern. Dürfen wir denn mit unserem Liegerad, dürfen wir mit unserem Dreirad und so weiter an der Veranstaltung teilnehmen? Und das haben wir uns dann kurz im Team überlegt und haben eigentlich gesagt, ich will verstehen die anderen Veranstalter nicht, wo ist das Sicherheitsrisiko wenn jemand ein Liegerad hat, dann macht er sich hinten so eine Karbonfahne ran, sorgt noch für ein vernünftiges Rücklicht, damit er selber gut sichtbar ist und für die anderen gut sichtbar ist. Dann hatten wir tatsächlich aus mehreren Behindertensportvereinen, die mit Liegerädern fahren, bei der ersten MSR schon die ersten Leute mit Behinderung dabei. Damals waren wir noch nicht so gut aufgestellt wie jetzt. Jetzt achten wir zum Beispiel schon darauf, dass an bestimmten Stellen entsprechende Toiletten zur Verfügung stehen. Wer eine bestimmte Behinderung hat, der braucht... braucht halt auch eine bestimmte Aufmerksamkeit. Und da haben wir uns dann... Quasi so dran lang gehangelt. Da sind wir noch lange nicht am Ende angekommen, aber dazu vielleicht nochmal später mehr. Aber der Spirit war von Anfang an, die Veranstaltungen heißen ja auch Jedermann,

00:19:08: Speaker 5: Vielen

00:19:09: Detlef Koepke: aber in Wirklichkeit sind eben nicht alle Jedermann. Und da haben wir gesagt, wir wollen das.

00:19:16: Die Mecklenburger Seenrunde

00:19:16: Hans Dorsch: Erzähl mal kurz, was ist das überhaupt für eine Veranstaltung die Mecklenburger Seenrunde Wie weit muss man da fahren oder darf man fahren? Wie viele Leute in dem Teil? Nur so mal die Fakten. Nicht jeder kennt die.

00:19:28: Detlef Koepke: Nicht jeder kennt die, aber die Mecklenburger Seenrunde ist 2014 zum ersten Mal an den Start gegangen. Da hatten wir 2000 Teilnehmer. Die Entwicklung, jetzt liegen wir bei ungefähr angemeldeten 5800. Also das heißt, das hat eine rasante Entwicklung genommen. Von den 5.800 sind ungefähr 4.800 jetzt für die 300-Kilometer-Runde gemeldet und dann gibt es noch eine, was auch einige am Anfang nicht so ganz verstanden haben. Ich habe das aus Schweden im Prinzip mitgebracht die Idee, dass es an einer Radsportveranstaltung einen Safe Space für Frauen gibt und seitdem gibt es halt seit Beginn auch eine damals 90, jetzt 100 Kilometer lange Runde wo nur Frauen starten Und das tendiert im Moment Richtung 1.000 Teilnehmerinnen.

00:20:15: Hans Dorsch: 300 Kilometer, wie lange hat man da Zeit um die zu fahren?

00:20:19: Detlef Koepke: Na Hans, du kannst ja rechnen. Also wenn man jetzt einen 20er-Schnitt, was relativ normal ist, sagen wir mal so, 20er-Schnitt, das schafft eigentlich mit dem Rennrad jeder, er ein bisschen trainiert hat, dann ist man 15 Stunden unterwegs . Das Konzept ist so, dass wir keinen Massenstart haben, sondern wir bieten halt alle 10 Minuten einen Startblock an. Einmal am Freitagabend zwischen 20 und 22 Uhr und da lassen wir ungefähr 1000, 1200 Leute auf die Strecke und dann am nächsten Morgen um 3 Uhr geht es weiter zwischen 3 Uhr und 7 Uhr. Da sind die Startblöcke ein bisschen größer mit 150 und so kommt man schon auf die errechnete Zahl von den Teilnehmern, die wir in diesem Jahr haben. Und einer von den Verrückten ist halt Jan, der das irgendwann für sich entdeckt hat und die Geschichte können wir nachher nochmal erzählen, wie das eigentlich zu dem Inklusionsbotschafter kam, zu dieser Geschichte.

00:21:13: Thomas Geisler: Genau. Ich habe gestern mich mit Nadja Schumacher unterhalten, die ja Handbikerin ist und ich fand, die hat auch noch einen interessanten Punkt gesagt, dass die Streckenplanung bei der MSR auch für Handbikerinnen sehr freundlich ist, weil man a, ein langes Zeitlimit hat und b, wenig Höhenmeter auch bei der Strecke. Und dass das halt bei vielen anderen Radveranstaltungen nicht der Fall ist, die einfach mal immer den Höhenmeter-Rekord entweder haben oder ein Zeitlimit haben, wo gerade behinderte Sportler halt nicht mehr das Zeitlimit schaffen. Und das finde ich dann auch einfach, dass ihr das gleich auch mit so eingeplant habt. Ob bewusst oder unbewusst weiß ich jetzt nicht. Aber das finde ich einfach auch noch eine schöne Möglichkeit, da einfach für jedermann das zu öffnen.

00:22:01: Detlef Koepke: Also das geht klar, beim Ötztaler geht das nicht, aber bei uns, wir haben hier nun mal in Ansprüchen nur einige Hügelchen, die addiert irgendwie so 1800 Höhenmeter ergeben, auf 300 Kilometer ist das nicht viel. Aber die Leute, die aus dem Süden kommen, schimpfen trotzdem, weil die quälen sich dann lieber mal 400 Meter im Stück. Bei einem Serpentinenhoch oder 600, dann ist man bei 1000 Höhenmetern und dann gibt es vielleicht noch einen Anstieg und der ist auch 800 und danach geht es aber, das habe ich ja alles schon selber miterlebt, dann rollt man eben mal eben 12 Kilometer gemütlich bergab und erholt sich wieder. Hier muss man, und das ist die Schimpferei dann der Süddeutschen, die sagen, fuck, da muss man ja den Berg hochtreten also das Hügelchen hochtreten und auch wieder runter und so gesehen ist das, also ist das so dieser den gibt es hier nicht so.

00:22:51: Thomas Geisler: Vielen Dank.

00:22:52: Hans Dorsch: hast du auch schon entdeckt Jan.

00:22:54: Jan Wiedemann: Ja, wie gesagt, ich bin hier aus dem Süden oder besser gesagt aus den Mittelgebirgen und hier gibt es auch längere Anstiege. Aber schlimmer finde ich es noch, anstrengender, wenn man ständig treten muss. Wie der Detlef schon gesagt hat, da muss man halt permanent irgendwie Druck fahren. Das ist so. Man kann das auch locker fahren, aber wir wollen halt gerne immer ein bisschen Druck fahren.

00:23:16: Detlef Koepke: Mhm.

00:23:18: Hans Dorsch: angemerkt zum Beispiel mehr aufgestellt habt. Wie ihr so konkret den Parasport in die Veranstaltung? Gibt es da noch konkrete, habt ihr konkret noch andere Veränderungen?

00:23:37: Detlef Koepke: dadurch, dass jeder, der eine Behinderung oder so hat, jeder ist individuell. Das heißt also, wir haben, ich nehme mal an, Handbiker und ein Handbiker, der kommt schon mal gar nicht alleine, sondern der kommt halt entweder mit Begleitung oder kommt mit einem befreundeten Team und dieses Team unterstützt ihn dann. Und jetzt beginnt im Prinzip unsere Arbeit, wo wir sagen können, da könnten wir uns vordrücken, wollen wir aber nicht. Also das ist das Thema, deswegen ist das Thema Inklusion so wichtig. Dann kümmern wir uns darum, dass für drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht Leute halt die entsprechende Unterkunft da ist, sodass die schon mal behindertengerecht ist, weil für die anderen, die dann quasi zu dem Team gehören, auch mit quasi dabei sind, dabei sein können. Das ist dann eine total individuelle Betreuung, ganz und gar individuell Dass wir uns um Unterkünfte kümmern, damit beginnt das. Beginnt also die Sache. Das, was wir bei der MSR getan haben bzw. immer tun, wenn eine Anfrage kommt, zum Beispiel auch von Nadja, das war in dem Fall, Nadja ist einmal mit Erol Marklein gefahren, der ist Olympiasieger gewesen bei den Paralympics auch als Handbiker. Und dann findet halt der persönliche Kontakt statt. Ich möchte fahren, aber ich brauche, ich brauche ich brauche. Und dann wird natürlich genau abgeklopft, wenn jemand quasi so eine Behinderung hat. Dann will der halt wissen, welche Möglichkeiten habe ich unterwegs, wo kann ich zur Toilette gehen, wie sind die Verhältnisse. Und dazu braucht es halt sozusagen wirklich eine Eins-zu-eins-Betreuung. Und wenn es dann mit einer ganzen Gruppe ist, dann sind nochmal andere Anforderungen da in Bezug auf Unterkunftsvermittlung. Und dann gibt es halt unterschiedliche Wir können immer nur an dem Einzelfall. Inklusion ist kein Riesenthema bei der MSR. Also das Inklusionsbotschafter-Thema ist einfach so, dass wir...

00:25:51: Jan Wiedemann: Vielen

00:25:53: Detlef Koepke: und damit ganz klar zeigen wollen, wir wollen euch, ja, wir wollen euch, auch wenn ihr nur einer seid und nicht nur und in dem Moment seid ihr nicht nur einer von 4000, sondern ihr seid, kriegt die persönliche Aufmerksamkeit und das machen wir wirklich aus Überzeugung. Und da ist Jan halt jemand, der quasi dann nochmal den Anstoß gegeben hat, weil er die Mecklenburger Seenrunde wirklich gerne mag, das ist ja schon rübergekommen. Und dann erzähle ich jetzt auch gleich die Geschichte, das war halt so, dass irgendwie Jan um 6 Uhr bei einer der MSR gefahren ist und sagte dann, du, ich finde die Veranstaltung so geil, ich will irgendwas für euch machen. Da kannten wir uns schon so ein bisschen und dann habe ich auf die Bremse getreten und gesagt, jetzt fahr mal deine MSR hier und wir überlegen mal, wie das aussehen könnte und dann kam irgendwie die Idee, äh Weil Jan wirklich eine Botschaft hat, also das wirklich innerlich vertritt, dass er möchte, dass Menschen mit einer Einschränkung irgendwie zum Sport kommen. Und daraus haben wir dann quasi nach mehreren Gesprächen gesagt, wir installieren einen Inklusionsbotschafter, wir bringen das nach außen und eines der Ergebnisse ist, dass wir heute hier zusammen sind.

00:27:14: Jan als Inklusionsbotschafter der MSR

00:27:14: Thomas Geisler: Jan, was ist dann eigentlich konkret deine Aufgabe als Inklusionsbotschafter? Also wie trittst du auf? Machst du bestimmte Social-Media-Kampagnen Unterstützt du das? Oder ist diese Swift-Community dann auch sowas was als Inklusionsbotschafter zustande kam?

00:27:30: Detlef Koepke: in erster Linie ist es praktisch meine Erscheinung sag ich mal, nach außen meine Geschichte zu erzählen. Geschichte zu verbreiten an den Leuten heranzutreten und zu sagen, guckt her, ich bin hier, wie sagt man, inkludiert. Oder wir können alle Inklusion leben. Inklusion ist ja praktisch nicht nur, weil für viele ist ja Inklusion bedeutet ja, Behinderte müssen in den Alltag integriert werden oder so ähnlich. Aber ne, Inklusion ist ja. Ist ja alles, ist ja egal, woher die Leute sind, aus Afrika oder sonst woher oder Großstück klein, dünn das ist Inklusion Wenn die alle zusammen irgendwie irgendwas machen Und das ist eben, das will ich ja vermitteln und das will ich eben, ich will auch die Leute dazu bewegen, zusammenzukommen. und bei der Mecklenburger Seenrunde ist, es ja praktisch prädestiniert durch dieses Format und durch die Größe mit Vielen Menschen ins Gespräch zu kommen und eben Inklusion zu leben. Das ist der Punkt. Also Aha Wir haben zum Beispiel, ergänzend jetzt zu dem, was Jan gesagt hat wir haben halt dann irgendwann ein Zelt angeschafft, so ein kleines 3 Meter mal 3 Meter Zelt dort ist quasi dann der Der Spot, an dem Jan an dem Freitag natürlich dann ansprechbar ist, er stellt seinen Rat aus, wir sorgen dafür vorher für Aufmerksamkeit und bauen damit, das ist das Ergebnis, wir bauen damit so die Brücke total ab, weil er ist, Jan ist greifbar, Jan ist offen, Jan erzählt seine Geschichte ganz und gar so, wie sie ist, ja und dadurch kommt halt ein Kontakt zustande Und dann ist es tatsächlich so, so, wie es Jan auch schon gesagt hat, er ist einer, ja von, er ist eigentlich dann ein Normalo, der halt eine Einschränkung hat, ja, und diese Greifbarkeit, die schlägt dann eben auch Wellen das zum Beispiel bei unserer Mini-MSR, ja, Eltern zum Beispiel, normalerweise lassen wir da keine Eltern bei den Kindern mitfahren, aber wenn jemand quasi ein Kind hat, unbedingt begleitet werden muss, wo die Eltern halt eine gewisse Aufmerksamkeit haben müssen, na dann fahren die Eltern da mit und das muss ich sagen, das krasseste und für mich persönlich auch echt berührendste Erlebnis war, dass ein Vater angerufen hat, das Kind ist definitiv nicht in der Lage zu gehen und der Vater hat gesagt, ich möchte aber an der Mini-MSR mit meinem Kind teilnehmen. möchte mit dem, und dem haben wir die, der hat einen Fahrradanhänger gehabt, der hat sein Kind hinten reingesetzt und so sind beide im Prinzip Teil dieser Mini-MSR geworden und das, also das Kinderlachen, das ist jetzt nicht irgendwie ausgedacht, das war ein Mordsgaudi, die drehen da so mehrere Runden und für das Kind ist das ein bleibendes Erlebnis und für den Vater ist es einfach ein, es ist eine Wahnsinnssache, ja, genau. Und das, sowas zu ermöglichen geht immer nur durch den 1 zu 1 Kontakt und... Dann auch letztendlich auch ausgehend von dieser... Signalwirkung die Jan quasi setzt, dass dann Leute auf so eine Ideen kommen und sagen, ey, das ist eigentlich cool, ich möchte dabei sein, in welcher Form auch immer.

00:30:47: Thomas Geisler: mich jetzt ein bisschen auch mit dem Thema Räder für ältere Menschen beschäftigt und da habe ich so wie ich auch über die MSR oder mich jetzt auf das Gespräch vorbereitet habe, kam mir auch mal die Idee, wie wäre es denn eigentlich mal mit einer Senioren-MSR, also dass man wirklich sagt, so wie es für die Kinder die Mini-MSR gibt, dass man einfach mal sagt, okay, jetzt können jetzt die 80-Jährigen, 90-Jährigen mal so eine 20, 30 Kilometer Strecke mit ihrem Liegerad fahren. Ist das so ein Gedanke den ihr auch mal hattet weil das ist ja auch noch eine Gruppe die in der nächsten Zeit in der Gesellschaft immer größer wird?

00:31:21: Detlef Koepke: Da haben wir zum Beispiel, das ist der Beginn der Frauen-MSR, du legst mir sozusagen die Karten, also bei der ersten MSR 2014, die war Ende Mai und am 1. Mai findet halt halt Fand damals immer von der AOK so eine Mit-dem-Rad-zur-Arbeit-Aktion statt. Und diese Aktion, da bin ich bei der AOK gewesen, die haben eine Ausfahrt geplant, da stand eine ältere Frau, die war definitiv jenseits der 80, die wollte dann in diesem Ding mitmachen bei dieser Radausfahrt, hat mich angesprochen stand neben Stefan Nimke, Weltmeister im Bahnradfahren und guckte dann so und sagte, ja, eigentlich wissen Sie, ich würde ja gerne auch diese MSR da mitfahren, diese Frauenrunde. Und dann guckte sie ganz beschämt mit ihrem, mit dem Blick nach hinten auf den Antrieb und auf das E-Bike und ich sagte, also selbstverständlich wenn Sie mitfahren wollen, fahren Sie mit. Und dann hat sie halt, also deswegen ist von Anfang an sind zum Beispiel E-Bikes bei der Frauenrunde zugelassen und wir haben in der Mitte der Frauenrunde bei 45 Kilometern auch eine Möglichkeit, eine Ladestation und So dass also jemand, der auch, sagen wir mal, ein ganz so gutes Rad hat, das irgendwie 100 Kilometer packt dass die die Möglichkeit haben, nachzuladen. Und damit ist erstmal schon mal die Brücke geschaffen. Und dann gibt es halt immer so, ich bin Visionär, muss ich mir immer selber eingestehen. Die Vision war immer, dass bei der Frauenrunde das Enkelkind mit der Mutter und der Großmutter fährt. Und jedes Mal, wenn ich dann sozusagen morgens beim Start da bin und so eine Dreierkonstellation sehe, dann freue ich mich einfach. Und die drei stehen da halt stolz nebeneinander. Und dann ist es auch egal, ob die Mutter vielleicht, weil die Mutter vielleicht gerade irgendwie eine OP hinter sich hat und die Großmutter ist rüstig und fit, fährt mit einem... Mit einem Bio-Rad und egal, wer auch immer mit dem E-Bike fahren würde. Also das ist sozusagen... Unterschied, den Jan und ich dann rausgearbeitet haben in unserem Gespräch ist halt Inklusion, deswegen will ich da gleich widersprechen, Hans. Also wir machen keine Seniorengruppe auf, die dann irgendwie gemeinsam fahren, das hat nichts mit Inklusion zu tun, für mich jetzt, sondern der Jan fährt ganz normal mit und wir gucken halt, wie kriegen wir es hin, dass die wirklich Teil des normalen Feldes sind. Und das, was absolut ausgeschieden ist in der Diskussion mit Jan, da waren wir uns sehr schnell einig, ist, wir machen das so, das so, die Abgrenzung oder das klare Bekenntnis, nee.

00:34:04: Partypace und No-Drop-Rides

00:34:04: Hans Dorsch: In der Pandemie. Gleich so ungefähr ein bisschen vor der Pandemie ging es ja los, dass sich immer weiter verbreitet hat. Dann kam die Pandemie und da waren ja Rennen nicht erlaubt oder durften nicht durchgeführt werden. Und sonstige Formate waren eingeschränkt und kann mich schon gar nicht mehr so genau daran erinnern. Aber jedenfalls haben viele Leute dann fahren wollen oder auch in Gruppen fahren wollen. da kamen so Formate oder da kam so dieser Begriff des Party Space auf oder No-Drop-Rides. Das heißt, man Touren fährt und die jagen nicht irgendwie Leute vorne voran und warten dann am Berg und sagen, ah, du bist da, können wir weiter, so in der Art, sondern dass halt Leistungsgedanke nicht komplett im Vordergrund stand. weiß nicht genau, wie sich das so entwickelt hat seitdem. Eine Frage ist, macht das den Sport inklusiver oder ist es dann nur so entspannter für dieselben Leute?

00:35:16: Jan Wiedemann: Definitiv ist es Inklusion. Inklusion ist ja auch, dass man praktisch auf alle achtet die in der Gruppe zusammen Rad fahren und eben keine Egoisten davon wegballern und die Schwächeren rausfallen. Das ist ja genau, der Gegengedanke. Und das ist eben bei der Pandemie entstanden. Bei uns war es ja auch so krass dass wir nicht 500 Meter weiter in den Westen oder in den alten Bundesländern fahren durften, aber in Thüringen schon. und unsere Freunde sind natürlich auch nur einen Kilometer entfernt und da war das Ganze gestört, aber da haben wir uns auch was einfallen lassen und sind halt so Wege lang gefahren, wo wir uns gesehen haben zum Beispiel. Aber das ist genau der Gedanke der Inklusion, der Zusammenhalt.

00:36:03: Hans Dorsch: Und das ist ja das, beim reinspielt.

00:36:09: Detlef Koepke: Einige haben am Anfang gesagt, Detlef, das wird nichts. Du musst da draußen Rennen machen. Das muss mit Zeitnahme sein. Ich komme selber aus dem Leistungssport ganz früher als Trainer im Tennisbereich und habe für mich an irgendeinem Punkt erkannt, dass der Maßstab nicht im Außen ist. Dass ich nicht sage, ich bin jetzt 10 Stunden die MSR gefahren oder 11 Stunden, sondern ich bin vielleicht 11 Stunden 30 gefahren und im nächsten Jahr bin ich für mich der Maßstab und ich sage, im nächsten Jahr möchte ich mit meinen Kumpels 12 Stunden 30 fahren, weil ich mit denen ein gemeinsames Erlebnis haben möchte. Ich bin elf Stunden dreißig gefahren und im nächsten Jahr will ich irgendwie zehnundvierzig fahren. So und in dem Rahmen der MSR ist alles möglich und es gibt halt für jeden eine individuelle Zeitnahme, aber wir tun alles gut dafür, was eigentlich nur einen einzigen Klick bedeuten würde, dass man die Listung haben könnte durch die Zeitnahme gestaffelt nach Geschwindigkeit und nach wer ist der Schnellste. Aber das verhindern wir, weil der Gedanke ist olympische Gedanke. Jeder, der mitmacht jeder, der 300 Kilometer fährt, ist bewältigt 300 Kilometer und das kriegen wir zum Teil eben auch von Leuten wie Max Levi, die zum Beispiel sagen, klar, ich fahre das in der und der Zeit, aber ich freue mich über jeden, der sich bei mir hinten dran hängt und dafür fahre ich gerne auch mal ein bisschen langsamer, weil das ist so ein ganz anderer Spirit, der dadurch reingetragen wird.

00:37:47: Jan Wiedemann: Vielen

00:37:50: Detlef Koepke: Markus Burkhardt zum Beispiel, der Shades of Speed macht, der ist einfach mitgefahren und hat das als sehr entspannt empfunden, weil natürlich möchte sich jemand, wer Markus Burkhardt dann, ich weiß nicht ob der jedem bekannt ist, aber ein Markus Burkhardt ist lang Team Bora, Chef de Route, Peter Sagan, oft ins Ziel gepitcht sozusagen. Ich glaube elfmal die Tour de France komplett gefahren und dann immer Teamleader, also eigentlich eine Person, die total im Hintergrund ist, aber eine unglaubliche Leistung erbringt, so als Coach für so ein Tour de France Team. Und wenn man den dann neben sich hat, dann fängt bei dem einen oder anderen an, jetzt will ich mal zeigen, dass ich dem wegfahre. Und wenn der aber total entspannt ist und einfach nur mit dem reden will, dann kommt... Wieder eine andere... Ja, dann wird im Prinzip dieser Spirit... Ach schön, Mensch, schön, dass wir mal miteinander reden können und ich dir die eine oder andere Frage stelle es nur ums Battlen ginge, dann würde der dem dreimal wegfahren.

00:39:03: Hans Dorsch: macht dort in der Gegend also Schottland hauptsächlich, bei der hat mir erzählt, er sich zum Beispiel von Leuten dort Routen zeigen und dann muss er mit denen auch fahren, also muss, also er fährt die dann auch mit denen und er kennt die aber gar nicht. Und er hat gesagt, beim Radfahren, wenn man so nebeneinander herfährt, da kommt man viel leichter ins Gespräch als wenn man zum Beispiel in der Runde sitzt oder sich gegenüber sitzt, weil man hat was zu tun und muss sich jetzt auch nicht jetzt konkret immer ansehen dabei, sondern man kann viel einfacher, niederschwelliger miteinander ins Gespräch kommen. Stimmt das?

00:39:55: Detlef Koepke: definitiv Also das passiert mir auch so oft, man nebeneinander fährt da unterhält man sich entspannt. Ich zum Beispiel, bei der European Peace Ride bin ich stundenlang neben Jan Ullrich gefahren zusammen, haben wir da geplaudert über Gott und die Welt, über seine Familie, die Kinder und so weiter. Primär gar nicht so wichtig Das Thema, was eigentlich so das bekannteste Thema ist beim Jan Ullrich. War mir auch nicht wichtig, sondern mir war der Mensch jetzt im Endeffekt erstmal wichtig, mit ihm zu quatschen halt. Und gar nicht so das zu fokussieren, weil ich glaube, davon hat er genug. Und das ist eben das Schöne, weil das halt verbindet. Du sitzt halt, jeder sitzt auf seinem Sattel mit seinem Hintern und fährt in eine Richtung und das nebeneinander. Und da ist mir auch die politische Einstellung wurscht von den Leuten zum Beispiel. Oder was die für einen Hintergrund haben. Sondern da verbindet uns das Radfahren, der Gedanke.

00:40:47: Thomas Geisler: Und bei der MSR habt ihr auch so Pausenplätze oder so Stützpunkte wo es auch immer was zu essen gibt, wo es so speziellen Service auch gibt. Ist das dann auch nochmal so ein Punkt, wo die Community nochmal verstärkt wird? Weil das hatten wir zum Beispiel, die Nadja auch erzählt, dass gerade an diesen Plätzen, wenn sie da mit ihren Handbikes hingekommen sind, viele auch mit Radfahrenden direkt auf sie zugekommen sind. Können wir euch helfen? Können wir euch die Flasche auffüllen? Und wie können wir euch unterstützen, dass ihr hier auch eine angenehme Pause habt? Sind das so einfach noch so kleine Inseln für eine kleine Inklusionsinsel, nenne ich es jetzt mal, die da entstehen?

00:41:25: Detlef Koepke: Ja, also auf jeden Fall. Das passiert tatsächlich nicht nur mit Menschen so wie mit Nadja oder mit Jan, sondern es passiert tatsächlich auch so, dass da, also wir haben, das sind Freundschaften entstanden. Das kann man sich gar nicht vorstellen, wie grenzübergreifend dass sich Familien aus Neubrandenburg, die immer die gleichen Leute hier haben übernachten lassen, dass die mittlerweile sich regelmäßig im Urlaub besuchen. Oder Leute, die halt vorher noch nie miteinander gefahren sind, plötzlich dann sich immer wieder bei der MSR treffen. Also Frauen, die dann irgendwann unterwegs mal ein bisschen geschwächelt haben und halt einen wirklich netten Mann so kommen. Also wir fahren mal ein Stück zusammen und wir reden miteinander, also nicht dieses, na Kleine, häng dich mal hinten dran, ich zeig dir jetzt so dann wirklich nette Gespräche und dann sich am Ende, weißt du was, im nächsten Jahr wollen wir nicht wieder die gleiche Gruppe, wollen wir nicht uns wieder gemeinsam anmelden und wir sind jetzt gleich seit vier, fünf Jahren dabei und eine ähnliche Erfahrung habe ich selber auch schon mal gemacht, dass wir so aus einer Gruppe, wo meine Frau und ich uns mal eigentlich dazwischen fahren wollen in Schweden bei der Wetterrundern, die haben richtig rumgeschrien, weil wir natürlich nicht in diesen Gruppen, die waren ein eingespieltes Pärchenteam, die wollten uns nicht in der Gruppe drin haben, aber hängt euch hinten dran und am nächsten Depot haben wir wirklich total nett mit denen geredet und so entstehen halt Kontakte. Das mag ein bisschen komisch klingen. Ich hau das jetzt einfach mal raus, auch zum ersten Mal, das ist eigentlich friedensstiftend, weil man auf diese Art und Weise... Menschen zusammenbringt, die was zusammen machen und dann fallen auch viele Vorurteile wie bei der MSR zum Beispiel, wir haben ganz viele Jugendliche an den Depots, die sich bei uns das Geld für die Abikasse verdienen und dann sind auch unsere Teilnehmer total überrascht, ja Mensch, so viele junge Leute an den Depots, die da freundlich helfen und auch da sind drei Generationen dabei, wo auch teilweise in diesen Depots wieder so Brainwash stattfindet, dass die Jugendlichen eigentlich ganz anders sind als manch ein Opa oder Oma oder Eltern oder so, als sie das erwartet haben, sondern die sind wirklich dann voll da, voll im Dienst und hängen sich mit rein und das ist eigentlich auch so eine schöne Sache, das kann man nicht als Inklusion bezeichnen, sondern das ist aber gesamtgesellschaftlich finde ich total wichtig, ja. Das ist ein Raum. Wir bieten im Prinzip immer nur... Eine Plattform, so wie für Jan für das Thema Inklusion, wir bieten eine Plattform für Menschen, die sich bei uns beteiligen können, eben als Helfer. Und dadurch, dass das auch in gewissem Maße jetzt nicht übermäßig, aber in gewissem Maße entschädigt wird, ist das schon so, dass da wirklich ganze Schulklassen bei uns anklopfen und sagen, wir wollen dabei sein. Was aber auch eine Form von Inklusion ist, ist ja dieses ganze Format zum Beispiel der Mecklenburger Seenrunde mit den verschiedenen Stadtzeiten also dass die abends um 8 schon starten. Die Nacht durch, früh um drei dann wieder losgeht und du hast ja nie das Gefühl, dass du irgendwann mal irgendwo alleine bist, wie bei anderen Marathons ich kenne ja fast alle in Europa, die du fährst wo ein Massenstart passiert und du irgendwann, keine Ahnung, 200 Kilometer alleine in der Pampa rumeierst und alle schnellen Gruppen weg sind und von hinten kommt auch nichts mehr nach, irgendwie, also das ist ja genau, hier weiß man, ach. Da starte ich abends um acht, vielleicht übernachte ich sogar irgendwo mal zwei, drei Stunden und dann fahre ich weiter und da kommt ja wieder eine Gruppe, die mich mitnimmt, wo ich mich ranhängen kann oder bei mir, mir passiert es oft, dass Leute auf mich zukommen und sagen, ach schön, bei dir bleiben wir mal ein bisschen hinten drin Und dann wechseln die die Gruppe wieder, das ist genau das was es ausmacht.

00:45:17: Thomas Geisler: Nur so als Frage vor lauter Organisation, fahrt ihr eigentlich noch selber die MSR?

00:45:22: Detlef Koepke: Ja, ich habe die Frage erwartet. Also ich bin selber stolz bisher neunmal die Wetternrunden angefahren, weil nach der MSR ist eigentlich schon wieder vor der MSR und dann fahre ich aber trotzdem nach Schweden. Die letzten Jahre aus gesundheitlichen Gründen nicht, aber ich bin auch schon dreimal quasi in so einem Streckencheck, den wir mit dem Team immer vor der MSR machen, bin Ich auch schon dreimal die Seenrunde gefahren. Das ist zwar die zwölfte Auflage, aber dieses Konzept haben wir noch nicht so lange mit dem Streckencheck, aber so ein paar Mal bin Ich die 300 auch schon gefahren mit allen Ups und Downs.

00:46:06: Thomas Geisler: Und du, Jan, jedes Jahr dabei.

00:46:08: Jan Wiedemann: habe jetzt dieses Jahr tatsächlich meine siebte Teilnahme bei der MSR. Corona ist das mal ein bisschen ausgefallen und so, sonst wäre es schon mehr gewesen. Genau, Ja. Und Wettern rundherum bist du auch schon Wetterrunden letztes Jahr Und Das liegt mir so, alles was so auch 200 Kilometer ist das ist so meine Welt. Also ich fahre auch schon mal längere Dinge, so 600 Kilometer am Stück. Fichtkona wird vielleicht ein Begriff sein, oder? Vom Fichtelberg zum Kappakona geht es.

00:46:43: Thomas Geisler: Okay.

00:46:44: Jan Wiedemann: Genau, mag ich.

00:46:52: Hans Dorsch: Okay. Ja, das gibt ja diese, wie heißt das, Paris, Paris, Brest, Paris gibt es noch, glaube

00:47:00: Detlef Koepke: London, Edinburgh, London, also die klassischen Brevets, genau. Oder etwas den Werbeblock für einen Freund von uns, für Tim Sparenberg, der Greve macht, also die Mischung aus Gravel und Brevet. Da gibt es jetzt in diesem Jahr, glaube ich, wo man vom Niederrhein nach Basel fährt oder von München nach Mailand oder von Wien nach Berlin. Und das finde ich zum Beispiel auch ganz interessant, dass man über so eine, also Gravel ist ja im Prinzip, wenn man mal 100 Jahre zurückkommt, war alles Gravel. Es gab keine befestigten Straßen oder Tour de France war mal Gravel. Und zwar ganz

00:47:45: Jan Wiedemann: Jetzt musst du nur noch bei der MSR so ein bisschen Schinken hinstellen und einen Wein ausschenken, dann sind wir schon wieder bei der Tour de France aus den 30er Jahren

00:47:56: Detlef Koepke: Naja, also das greife ich auch mal, das Stichwort greife ich auch mal aus. Das sozusagen, die Veranstaltung ist ja quasi angelehnt oder inspiriert würde ich mal sagen, auch inspiriert von der Wetterrundan in Schweden. Da fängt eigentlich meine Geschichte an, dass ich 2012 mal von jemandem angesprochen wurde aus meinem Freundeskreis. Sag mal Detlef, wollen wir nicht zusammen Wetterrundan fahren? Ich wusste 0,0, was das ist. Dann habe ich angefangen mein altes Rennrad zu nehmen. Die Geschichte habe ich schon oft erzählt. Dann bin ich irgendwann hier in Gegend rumgefahren, habe gemerkt, wow, sehr, sehr schön hier. Dann kam der Gedanke, ja, wo gibt es denn sowas ähnliches wie diese 300 Kilometer noch? Die gab es nirgends. Ich habe gemerkt, das ist genau das richtige Terrain. Also rund um Kassel kannst du das nicht machen. In Niedersachsen ist es schwierig, weil das alles sehr dicht besiedelt ist. In Bayern kommen dann diese Höhenmeter. Und dieses Format was die schwedische Wetterrundan ausmacht, ist schon mal so. Die haben auch um die 2000 Höhenmeter. Und was wir dann gesagt haben, damit mir die Veranstaltung auch richtig Spaß macht, muss es halt richtig gutes Essen und Trinken unterwegs geben. Das schafft man, um da meine schwedischen Freunde in Schutz zu nehmen, mit 23.000 Startern, so wie es damals war, schaffst du das nicht, irgendwie ein breites Angebot an Essen und Trinken bereitzustellen. Deswegen werden wir weiterhin immer schön weit, weit unter diesem Teilnehmerniveau bleiben, weil wir eine ganz, ganz abwechslungsreiche, aber auch sportgerechte Ernährung anbieten, bis hin zum legendären handgeschnittenen Obstsalat für 4.500 Leute. Und mein Job ist dann immer, schaff die Leute ran, die das machen.

00:49:45: Thomas Geisler: Ich habe gedacht, den Obstsalat probieren, aber okay.

00:49:48: Detlef Koepke: Ne, ne also es ist wirklich so, das wird... Das sind Mengen, ich hab sie nicht im Kopf, das ist unvorstellbar. 80 Kilo Erdbeeren und ich weiß nicht wie viele, 1000 Kilo, ich glaube mittlerweile, ich will jetzt nicht irgendeine Zahl raushauen, aber es sind definitiv um die 2000 Kilo Bananen schon, die bei der MSR da verzehrt werden und 500 Kilo Nudeln. Also um sich mal vorzustellen, wenn man 4.500 Fahrradfahrer, hungrige Fahrradfahrer so bei Kilometer 150 versorgen will, dann wünscht sich jeder schon, sagen wir mal so, etwas über 100 Gramm Nudeln und dann kommt noch Tomatensauce und Fleischklopse dazu und das sind schon ein bisschen mehr als 500 Gramm Packungen.

00:50:42: Hans Dorsch: müssen gleich mal wieder zu unserem eigentlichen Thema zurückkommen, aber das ist ja auch, da macht die ganze Region mit, also das ist ja so eine Begegnung dann auch, da sind ja nicht nur die die, Rad fahren, die sich begegnen sondern auch alle, die da mithelfen oder?

00:51:00: Detlef Koepke: genau. Und das macht wirklich dieses, sagen wir mal so, das Besondere ist, dass die wirklich, wirklich alle jedes Jahr wieder gerne mit dabei sind, was ein Teil unserer gemeinsamen Aufgabe als Team ist, halt nicht die gar nicht bei der Stange zu halten, sondern dass es einfach wie eine große Familie ist. Also nicht mit jedem Helfer bis ins Letzte aber wir haben eine relativ große Community, machen dann auch nach der MSR im Herbst immer ein Helferfest, wo wir die Rollen umdrehen, wo wir dann diejenigen sind, die für die ganzen Helfer kochen und catern und das auch nicht extern machen, sondern dass wir wirklich gemeinsam Was auf die Beine stellen, sodass wir das auf diese Art und Weise, auf diese ganz persönliche Art und Weise zurückgeben.

00:51:52: Inklusion im Allgemeinen und im Radsport

00:51:52: Hans Dorsch: Dann kommen wir jetzt mal zurück zu unserem eigentlichen Thema, wobei das ja nicht zu weit entfernt war. Noch mal zu dir, Jan. Wenn man dir so zuhört dann merkt man ja, dass Inklusion jetzt kein theoretisches Konzept ist, sondern konkret eben. Und wir haben es schon angeschnitten, aber wie weit geht Inklusion, also auch bei Dingen die man nicht sofort denkt, Körpergröße, Alter oder Geschlecht? Und wo gibt es da Grenzen überhaupt?

00:52:22: Jan Wiedemann: Naja, die Grenze setzt sich eigentlich jeder so im kopf, was Inklusion angeht. Für manche ist es so eine Bubbel, wie so ein Luftballon, den man vor sich her so wegschiebt. Und man möchte mit dem Thema eigentlich gar nichts zu tun haben Das, was der Detlef vorhin schon gesagt hat, dass andere Veranstalter da ein bisschen so sich vom Kopf gestoßen fühlen wenn das Thema Inklusion aufflammt. Inklusion ist, wie gesagt, auch nicht was, wo man einfach einen Haken dran macht. Das muss eine Einstellung sein, einfach eine Einstellung in den Köpfen von den Leuten, das muss verankert sein, das muss einfach ein Miteinander sein und nicht ein Nebeneinander. Also die Leute müssen einfach, die brauchen mehr Konfrontation ganz einfach damit. Und das geht ja im Sport wie gesagt, an, ob das jetzt olympische Spiele sind zum Beispiel oder die paralympischen Spiele, die ja, immer noch nebeneinander laufen. Und das... Das ist schon mal ein großer Punkt, was eigentlich auch gar nicht sein sollte. Paralympische Spiele müssten integriert werden in die Olympischen Spiele vom gleichen Publikum und nicht separiert und solche Sachen. Und da ist noch ein langer Weg. Da müssen wir noch viel arbeiten und uns noch viel mehr sichtbar machen. Und einfach zeigen, dass jeder ein Teil ist von der Gesellschaft. Egal was er für einen Schicksalsschlag hat oder für eine Behinderung oder Beeinträchtigung. Es ist doch, da gibt es keine Grenzen die man irgendwo setzt.

00:53:51: Parasport und echte Inklusion bei Wettbewerben

00:53:51: Hans Dorsch: Mir fallen da die Fahrradweltmeisterschaften 2023 ein in Schottland. Und da war es nämlich so, dass die und Straßenrad es beide Wettbewerbe und die waren parallel. Und ich gucke sowas super gern am Fernsehen. Und wenn ich dann mal eingeschaltet habe, einfach irgendwas dran. Das war völlig egal, ob das jetzt Leute mit Behinderungen oder ohne waren. Das war ein Wettbewerb wie jeder andere. und die liefen parallel. Und ich weiß nicht, ob von euch jemand dort war ob da die Zuschauer dann auch geflossen sind von einem Wettbewerb zum anderen. Ich könnte es mir vorstellen, weil das waren ja die, zumindest beim Bahnsport war es die gleiche Halle. Das heißt, das war eine Veranstaltung und es war komplett integriert Und ich glaube auch, das kam ganz gut an.

00:54:43: Jan Wiedemann: Natürlich, war der Spirit und siehst du, der hat dich genauso erreicht dieser Spirit, der da im raum stand Und das müssen wir erreichen dass eben die Leute darauf aufmerksam gemacht haben, Leute wissen das gar nicht, die wissen gar nicht, dass es Parasport gibt, wenn man das aber integriert in so große Veranstaltungen, dann wird das bewusstsein geweckt Und Leute werden aufmerksam und das ist ja genau der Punkt. Und die haben das damals wunderbar vollzogen sage ich mal so. und danach ist es wieder abgeflacht und jetzt wird es wieder getrennt mit Wochen dazwischen versetzt, Paralympische Spiele zu den Olympischen Spielen. und wenn man da mal so guckt Fernsehübertragung Und guckt so in die Fuß. In die Zuschauerränge, die teilweise leer sind bei den Paralympics das ist doch wo kommt man da also da sind wir nicht auf dem richtigen Weg, was das angeht Genau. Genau das sagen übrigens alle. Neubrandenburg ist ja so ein Olympiastützpunkt. Hier sind auch ein paar andere Sparersportler aus der Leichtathletik. Und genau das Gleiche ist sozusagen die Aussage es hat nichts mit Inklusion, wir sind gar nicht integriert sondern wir fahren zu den Para-Meisterschaften nach XY. Wir werden auch schlechter behandelt als die sowieso schon schlecht behandelten Olympiasportler, aber auch da gibt es nochmal ein Ranking nach unten. Und letztendlich ist es der Spirit, der einfach von den Veranstaltern kommt, da von dem Olympischen Komitee das trennen zu wollen. Ich fände es auch eine sehr, sehr coole Entscheidung zu sagen, wir mixen das. Genau.

00:56:25: Hans Dorsch: kommt es ja beim Radsport wieder. Ich weiß es gar nicht. Ich glaube, 2027 ist es wieder dann in Frankreich Ich weiß nicht genau, wie es da geplant ist.

00:56:33: Detlef Koepke: Da ist noch nichts durchgesickert was da geplant ist, aber ich glaube nicht, dass die das so in dem Format wiederholen werden. Also noch nicht. es ist immer noch das ungeliebte Thema, das. so vor sich hergeschoben wird. Ich weiß nicht, ob das organisatorisch irgendwie ein Riesenproblem ist das umzusetzen. Wahrscheinlich ist es es nicht. Aber naja, da spielt dann auch wahrscheinlich eine große Rolle, welcher Form auch immer. Wir können nichts anderes tun, als uns zu zeigen und dafür zu kämpfen, dass es wieder positiver wird oder positiv bleibt, noch stärker wird.

00:57:12: Thomas Geisler: Also, komm.

00:57:14: Detlef Koepke: zum Beispiel was ich so am Rande mitbekomme dass zum Beispiel dann So wie Jan früher irgendwann dann überlegt hat, wie kriege ich jetzt einfach ein Rad zusammen, das mit dem ich fahren kann, sich mit anderen Parasportlern dann kurzgeschlossen hat, die ihm geholfen haben, gibt es halt auch heute Leute, die bei ihm anrufen und sagen, du, ich will mir auch ein Rad aufbauen, ich will auch da ins Fahrradfahren einsteigen ein bisschen ambitionierter, gib mir mal Tipps. Und dadurch, dass es eben, ich kann immer, da sehe ich wirklich die MSR als eine mögliche Plattform, die wir anbieten, wo man halt direkt mit dem Jan und auch anderen, wir hatten ja auch im letzten Jahr Verena Bentele zum Beispiel mit dabei, die mit dem Tandem gefahren ist, mit ihrem Lebenspartner. Also jemand blind ist, dann braucht er einen Piloten. und es geht. Also wenn man will, geht alles, ja.

00:58:09: Inklusion im Alltag und Wege zum inklusiven Radsport

00:58:09: Thomas Geisler: Kommen wir jetzt nochmal kurz von dem Rennaspekt oder von dem sportlichen Aspekt weg und auch hin zum Alltag. Viele Infrastrukturmaßnahmen Leute vom Radfahren, gerade wenn sie eine Behinderung haben, abhalten. Ich denke jetzt auch an dich, Jan mit deinem Sturz Du bist da über so einen Tempobuckel drüber gefahren, was einfach nochmal ein Sicherheitsrisiko für dich in dieser Situation dargestellt hat. Was braucht es da eigentlich für Infrastrukturmaßnahmen? Oder habt ihr da Ideen, wie man Menschen dann noch mehr aufs Radfahren, zum Radfahren animieren könnte Sind es wirklich nur die breiten Radwege oder gibt es da auch noch andere Sachen? Zum Beispiel ich habe jetzt auch aus den Niederlanden von einer Stadt gelesen, die wirklich Leute mit Behinderung müssen da jede städtliche Baumaßnahme absegnen, ob es wirklich für sie eine Lebensverbesserung ist oder nicht. Und das muss dann, gibt es einen speziellen Rat, der das nochmal speziell auf die ansprüche von behinderten Leuten... kontrolliert und durchschaut wie die wie sie sich im alltag dann besser bewegen können ob es für sie sinnvoll ist macht sowas sind auch für radfahrende mal das unter den aspekten auch durchleuchten zu können

00:59:22: Jan Wiedemann: Generell es schon Sinn, sowas irgendwie auszubauen, aber die größte Hürde ist ja Bewusstsein. Miteinander, also das gegenseitige rücksichtnahme zum Beispiel. Also es bringt uns ja eigentlich nicht so sehr viel, wenn wir jetzt mehr Radwege bauen, sondern im Gegenteil Inklusion bedeutet ja auch, mehr Radfahrer müssen sich mit allen anderen oder gegen. Oder mit Autofahrern arrangieren können. Also wenn mehr Radfahrer auf der Straße wären und würden sich die Autofahrer auch ganz anders mit ihnen arrangieren und die würden nicht so viel Missstimmung haben, zum Beispiel. das wäre auch zum Beispiel ein Punkt, um mit speziell auf Behinderte oder mit Einschränkungen lebenden Menschen jetzt Fahrradwege zu bauen. Ja, macht sicherlich Sinn, da holen einen Bruchteil. Natürlich mehr aufs Rad, aber eigentlich muss das menschliche das Bewusstsein da immer zum Tragen kommen und eigentlich jeder mal in sich reinhorchen und einfach mal an seiner eigenen Tür klopfen, worauf muss ich denn achten auf wen und auf was und so und was ist denn wirklich wichtig und primär und sowas alles.

01:00:36: Detlef Koepke: Würde da ganz konfrontativ mal dazwischen grätschen und sagen, also wenn jemand eine Beeinträchtigung hat und er will Rad fahren, dann soll er es tun. Und nicht darauf warten, bis dann, das ist ja diese Haltung auch, ja, ich kann das nicht, weil, wirklich, das stimmt aber nicht. Freunde habe und dann einen schönen Schotterweg fahre, wo Ich erstmal Sicherheit habe oder ja, ich kann nicht fahren, weil das stimmt alles nicht, sondern wenn jemand das will und da ist wiederum Jan derjenige, der aus meiner Sicht der Richtige ist, der sagt, ja du, es geht doch, also ich habe mich da auch rausgekämpft durchgekämpft und wer das will, der tut es und dann kann man natürlich an der einen oder anderen Stelle hoffen, dass die anderen Institutionen auch mitspielen, dass Radwege gebaut werden, die fahrbar sind oder die nicht so durchwurzelt sind und das betrifft ja dann auch unsere normale Radfahrer, aber grundsätzlich ist es immer so finde ich diesen Ansatz, den Jan da fährt, so komm, be bold, sei mutig, mach's einfach und dann, klar, aber wer nur vor der Forderung stehen bleibt und damit im Prinzip eine Ausrede schafft, die keine wirkliche ja die nur eine Ausrede ist für das, was er nicht tut, ja. Thomas auch meint ist so mehr die bauliche Geschichte, was Radwege angeht damit eben Leute auch, mit Rollstuhl oder Dreirädern oder wie auch immer irgendwie zum Rad fahren kommen. Ja, sicherlich, aber es ist halt auch nur in so großen Ballungszentren irgendwie umsetzbar. das, ist hier auf dem Land oder in Provinzstädten teilweise gar nicht. möglich, so ein Projekt umzusetzen. Aber hier gibt es ja auch genug Leute mit Behinderung oder Beeinträchtigung, die gerne Fahrrad fahren wollen. Ja, und da gibt es zum Beispiel auch die Möglichkeit, dass hier in meiner Region können sich die Leute auch gerne an mich wenden und wir fahren auch zusammen irgendwelche ruhigen Wege ab, wo wenig Verkehr ist und so. Und da fühlen sie sich auch schon mal ein bisschen mehr abgeholt, so wie ich mich damals ja auch abgeholt gefühlt habe, als ich einen Parasportler angerufen habe und der mir erklärt hat, wie es denn überhaupt funktioniert mit dem Radfahren mit einem Arm. Und dann ist eine Freundschaft entstanden und so, exorzieren wir das jetzt genauso. Und bei der Mecklenburger Seenrunde ist zum Beispiel jetzt auch jemand mit mir am Start, der durch mich aufmerksam geworden ist, zum Radfahren gekommen ist und mit mir die MSR fährt. Auch mit einem Arm nur, mit einer Beeinträchtigung. und so läuft das Ganze von alleine. Also ich kriege ganz viele Zuschriften. Und muss eben auch oder möchte gerne auch den Leuten das mitteilen. Und viele sind so in einem Loch drin und kommen nicht raus. Und das kenne ich ja. selber. Und du musst halt einfach mal an der Hand genommen werden oder auf gut Deutsch in den Arsch getrieben werden, damit du eben vorankommst und dich aufraffst

01:03:31: Hans Dorsch: Das ist ein ganz guter Punkt. Wie kommen denn die Leute mit dir in Kontakt?

01:03:36: Detlef Koepke: Also ich bin Ja, auf Social Media unterwegs oder auch in Podcasts oder in der Swift Community. Also das spricht sich auch rum. Das ist unglaublich Die Leute erreichen mich, wenn sie wollen. Man kann theoretisch jetzt auch neuerdings... Gibt es ja diese ganzen KI-Tools und wenn man bei Chat-GPD zum Beispiel einfach mal meinen Namen eingibt oder auch euren, komischerweise gibt es da ganz schön viele Infos dann. Also, wenn man will, dann findet man denjenigen auch und kann auch mit ihm in Kontakt treten.

01:04:11: Hans Dorsch: das ist vielleicht ein ganz guter punkt auch zum Schluss, dass man jetzt, du sagst, Leute in deiner Gegend du kannst natürlich nicht in ganz deutschland den Leuten die schönsten Nebenstrecken zeigen, aber wenn man jetzt sich zum Beispiel auf Social Media informiert wer in der Gegend unterwegs ist, dann die einfach mal anschreiben, oder? Eine DM hinschicken, was kann passieren? nicht nur hier in der Region aktiv, ich bin ja in ganz Deutschland ich war jetzt zum Beispiel auch in Mallorca im trainingslager im März und da ist es so, ich fahre da mit zwei Kumpels hin und da unten trifft man praktisch die halbe Community also sind wir dann 20, 30 Leute, die man kennt, sind gleichzeitig auf der Insel und Und so passiert es im Endeffekt ja auch in Deutschland.

01:05:02: Detlef Koepke: Bei der MSR kenne ich gefühlt 100 Leute oder mehr. Und bei anderen Marathons eben wiederum auch welche. Und so vermischt sich das alles. Und da connectet man sich und verabredet sich eben in ganz Deutschland. Zum Beispiel ein guter Punkt ist jetzt auch am 2. Mai Cycling Unites, was auch der Detlef initiiert hat. das ist ein deutschlandweiter sogar europaweiter. Aktionstag, um eben die Leute Gemeinschaft aufs Rad zu bringen. Und das ist auch Inklusion wieder, dieser 2. Mai. Und da bin ich im Berliner Raum unterwegs für einen Gravel Guide. Solche Aktionen müssten viel mehr passieren. Die Gemeinschaft zählt und nicht eben das Ergebnis.

01:05:43: Verabschiedung und Outro

01:05:43: Thomas Geisler: Ich finde, das waren super schlussworte.

01:05:45: Hans Dorsch: Ja, denke ich auch.

01:05:49: Detlef Koepke: Ja, danke.

01:05:50: Thomas Geisler: Ja, danke euch.

01:05:52: Hans Dorsch: Ja, ich sage auch vielen Dank. Das war super spannend. dann nochmal, dann nochmal herzlichen Dank an beide. Dank an Thomas, dass du die zwei Leute zusammengebracht hast. Wunderbar. Vielen dank. Tschüss.

01:06:06: Thomas Geisler: euch.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.